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Bürgerinitiative will Mastanlage in Boitzum verhindern / „Warnen vor gesundheitlichen Gefahren“

1584 Unterschriften gegen Hähnchenstall-Bau

Springe/Boitzum (mari). 1584 Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Luft kennt keine Grenzen“ gegen den Bau der Hähnchenmastanlage in Boitzum gesammelt. Gruppensprecherin Sabine Schiepanski und das Mitglied Gerd Janßen überreichten die Protestblätter gestern Bürgermeister Jörg-Roger Hische und Stadtrat Hermann Aden. Die wollen die Listen umgehend an die Region Hannover weiterleiten.

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„Wir wissen, dass das eher ein symbolischer Akt ist“, räumten Schiepanski und Janßen bei dem Termin im Rathaus ein. Schließlich ist die Region die zuständige Genehmigungsbehörde. Andererseits, so Janßen: „Dass so viele Bürger unterschrieben haben, zeigt, dass die Bevölkerung ernsthaft in Sorge ist und sie bei dem Thema ein tiefes Unbehagen überkommt.“ Hische fand die Fülle an Signaturen „imponierend“. Er tauschte mit den Aktivisten Argumente pro und contra Massentierhaltung aus und bekannte am Ende: „Wir sind in der Sache nicht weit auseinander.“

Auf einem Feld nördlich der Kreisstraße von Boitzum nach Wülfinghausen soll ein Hähnchenmaststall für bis zu 75 600 Tiere entstehen. Bauherr ist ein örtlicher Landwirt. Die Bürgerinitiative ist aus ethischen Gesichtspunkten gegen die Tierhaltung in solchen Produktionsbetrieben, sie warnt aber vor allem vor den Auswirkungen auf die Umwelt und gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung.

Den Mitgliedern geht es darum, „einen politischen Beitrag gegen die Entwicklungen in der Massentierhaltung zu leisten“. Und: „Es ist leider für den Verbraucher viel zu schwierig, an gute Lebensmittel zu kommen“, bedauert Schiepanski. Es müsse möglich sein, im Supermarkt ein Bio-Hähnchen zu bekommen. Außerdem sollte Fleisch die Kennzeichnung „Aus Massentierhaltung“ erhalten – ähnlich wie Eier.

Die Bürgerinitiative sieht bei der Genehmigung für den Boitzumer Stallbau eindeutige Verfahrensfehler. Das wies Aden zurück: Da es sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Vorhaben handele, sei es für die Stadt quasi unmöglich, dem Bauprojekt nicht zuzustimmen. Land, Bund und EU müssten hier die Gesetzgebung ändern.

Sollte der Geflügelbetrieb gebaut werden, werden laut Schiepanski weitere folgen: „Es gibt Gerüchte, dass der nächste Landwirt in Holtensen in den Startlöchern steht.“



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