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Stadt plant erneute Erweiterung

1200 verkaufte Grabstellen und kein Ende in Sicht

Die 500 Bäume des Springer Waldfriedhofs sind hoch geschätzt: An die 1200 Grabstellen sind auf dem Gelände bereits verkauft, informiert die Stadt. An den Wurzeln eines einzigen Exemplars können bis zu acht Urnen in einem Meter Tiefe ruhen. Inzwischen laufen die Planungen für die nächste Erweiterung.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Stadtförster Bernd Gallas und die Verwaltung bereiten das Projekt momentan vor. Anfragen für Bestattungen außerhalb des ausgewiesenen Bereichs lägen schon längst vor, sagt Gallas – und auch die Zahlen sprechen für sich: Waren es anfangs um die 60 bis 70 Urnenbestattungen im Wald pro Jahr, so kam man 2015 schon 133. In diesem Jahr wurden bereits 90 Menschen im Wald bestattet. Damit hat diese Form der Urnenbeisetzung die klassischen Sargbeisetzungen (74 in 2015 und 34 bisher in diesem Jahr) bei weitem überholt.

Ein Grund dafür mag der Preis sein. Ab etwa 600 Euro ist ein solcher Ruheplatz im Wald aktuell zu erwerben, ein exklusiver Familienbaum mit Platz für bis zu acht Urnen in einem Meter Tiefe um den Stamm herum kann zwischen 6000 und 8.00 Euro kosten. Claudia Wolf, die Verwaltungsmitarbeiterin, die sich um die Springer Friedhöfe kümmert, erklärt: „Ein solcher Ruheplatz verlangt keine Pflege seitens der Angehörigen, außerdem spielt sicher ein gewisses Zurück-zur-Natur-Denken eine Rolle bei einer Entscheidung für den Wald als letzte Ruhestätte.“

Stadtförster Gallas hat sich vorgenommen, im nächsten Frühjahr den neuen Friedhofsabschnitt und seine Bäume mit ihren Besonderheiten vollständig erfasst und kartiert zu haben. Durchaus eine aufwändige Angelegenheit: Wie viele Standorte und welche genau es sein werden, das gilt es in den nächsten Monaten zu bestimmen. Tote Äste sind abzusägen, weniger geeignete Bäume zu fällen, damit die stattlichsten Buchen und andere Bestattungsbäume gut erreichbar sind. „Ich habe keine Lust, mit einem Baumkletterer und der Motorsäge zwischen Trauernden unterwegs zu sein“, bringt Gallas es auf den Punkt. Darum geht er im Zweifel lieber langsamer, dafür aber umso sorgfältiger vor, bevor die Stadt neue Bäume anbieten kann. Immerhin sollten diese mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens 40 bis 50 Jahre stehen.„Wir prüfen sehr genau, wie gesund die Bäume sind“, sagt Gallas, mögliche Schäden oder spätere Erkrankungen seien trotz aller Vorsicht allerdings nicht auszuschließen.

Von Seiten der Stadt muss für das neue Friedhofsgebiet noch eine neue Satzung geschaffen werden. Dabei müsse auch die bestehende Kalkulation für den Friedhof gründlich gepräft werden. Dass der Waldfriedhof am Rande des Deisters gut besucht ist, zeigt sich immer wieder auch an Blumen und Grablichtern vor den Bäumen. Das allerdings passt keineswegs ins Konzept: „Die Andenken müssen wir regelmäßig abräumen“, erklärt ein Stadtmitarbeiter.



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