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12 000 Kinderporno-Dateien gesammelt: Prozess vor Gericht

Jahrelang hat ein 48-jähriger Springer kinder- und jugendpornografische Bilder und Videos aus dem Internet heruntergeladen und gesammelt. Im März stellte er sich selbst der Polizei. Jetzt musste sich der Mann vor Gericht verantworten.

Foto: Archiv

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die Strafrichterin verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

„Ich habe es selbst nicht mehr ertragen“: Mit diesen Worten beschrieb der Mann vor Gericht seine Entscheidung, sich selbst anzuzeigen. Mehr als 12 000 Dateien hatten die Polizeibeamten danach auf seinen Rechnern gefunden. Seine pädophilen Neigungen habe er vor rund 15 Jahren per Zufall entdeckt, berichtete der Springer, der laut ärztlichem Gutachten auch an Depressionen und Psychosen leidet. Warum er die Bilder und Videos gesammelt habe, erklärte der Mann auf Nachfrage der Strafrichterin so: „Es ist wie bei einem Serienmörder, man kann nicht damit aufhören.“

Vergeblich habe er bisher versucht, sich einer Therapie zu unterziehen. Das Problem: Es gebe zwar – etwa an der Medizinischen Hochschule Hannover – eine Ambulanz für pädophile Männer, bei laufenden Strafverfahren sei es allerdings schwierig, dort einen Platz zu bekommen, so der Angeklagte. Er bekomme aber Medikamente, berichtete er.

Bereits vor vier Jahren hatte sich der Mann vor Gericht verantworten müssen. Damals war das Verfahren aber eingestellt worden. Der Springer hatte nach eigenen Angaben bei einer vorangegangenen Hausdurchsuchung kinder- und jugendpornografischen Videos auf dem Dachboden vor der Polizei versteckt. Jetzt aber war er freiwillig zur Polizei gegangen. „Das spricht für Sie“, so die Strafrichterin. Die Selbstanzeige samt Geständnis wirkte sich strafmildernd aus. Die Menge der gefundenen Bilder und Videos sei aber sehr groß. „Sie sind der Kunde, der es möglich macht, dass Kinder sexuell missbraucht werden“, sagte die Richterin. Neben der Bewährungsstrafe muss der Mann an einer Therapie teilnehmen. Ein Betreuer soll helfen, einen Platz für den Springer zu finden.



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