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Gärten sind für die stacheligen Tiere wichtige Lebensräume

Laubhaufen für Igel lassen

HAMELN-PYRMONT. Fleißig werden derzeit Laubhaufen zusammengefegt und dann in der grünen Tonne oder per Grünschnittabholung entsorgt. Dabei könnte der eine oder andere Laubhaufen im Garten eine hilfreiche Rückzugsmöglichkeit für den Igel bieten.

Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

„Jeder könnte etwas tun, und das Laub unter die Hecke fegen, damit der Igel dort Winterschlaf halten kann“, sagt Gabriele Lindenberg aus Bad Pyrmont. Ihr tun die Tiere leid, die es sich zum Teil schon in den Laubhaufen gemütlich gemacht haben.

„Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub“, erläutert der Nabu in einer Mitteilung. Wenn sich die Temperaturen im November um den Gefrierpunkt bewegen, suchen die Tiere ein Winterquartier. Zuvor sind sie in der Regel aktiv, um sich Fettreserven anzufressen. Igel wiegen je nach Jahreszeit und Geschlecht im Durchschnitt zwischen 800 und 1500 Gramm, erklärt der Nabu. Brächten Jungigel Anfang November, im Flachland etwa Mitte November, weniger als ein Pfund auf die Waage, seien sie als hilfsbedürftig einzustufen.

Nur dann, wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, soll er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden. Die nächste ist im Saupark in Springe. Unterkühlte Igel sollten zudem mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche gewärmt werden, rät der Nabu. Als sie selbst noch einen Garten hatte, habe sie auch einen Igel gepäppelt sagt Gabriele Lindemann. „Mecki“ hatte sein Heim in einer dunklen, gemütlichen Ecke und habe immer ein Schälchen Wasser mit Wasser und etwas zu fressen bekommen.

„Gefüttert werden sollte nur nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls Speisereste oder Dosenfutter“, erläutert der Nabu. „Igel brauchen viel Eiweiß und Fett, die aufgenommenen Kohlenhydrate durchs Insektenfressen (sie fressen normalerweise Laufkäfer, Larven von Nachtschmetterlingen und sonstige Insekten, Regenwürmer, Ohrwürmer, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer sowie Spinnen) sind unverdaulich und dienen lediglich als Ballaststoffe.“

Den Tieren beim Überwintern beizustehen, ist hilfreich, denn der natürliche Lebensraum des Igels hat sich in der modernen Landwirtschaft stark verändert. Es gibt für ihn kaum noch Hecken oder Büsche als Rückzugsorte. Einen Igel im Winter in Pflege zu nehmen, sollte laut dem Naturschutzbund Nabu aber die Ausnahme sein – die Tiere stehen unter Naturschutz. Nur kranke und hilflose Exemplare dürfen gefangen werden. Wie viele Igel es in Deutschland gibt, ist nicht erfasst. Nach Angaben der Naturschutzorganisation BUND sterben allein eine Million der Tiere jedes Jahr auf deutschen Straßen.


Weitere Informationen und eine Igelbroschüre gibt es unter www.nabu-weserbergland.de. Kontakt zur Igelstation im Niedersächsischen Forstamt Saupark: Tel. 05041/94680




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