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Zwei Betriebe beantragen Dürrehilfe

BAD MÜNDER. Im August wurde bereits das Futter angegriffen, das die Tiere durch den Winter bringen sollte: Die monatelange Trockenheit im Sommer drohte für einige Viehhalter in Niedersachsen zu einem existenziellen Problem zu werden.

August 2018 – auf heimischen Wiesen sind kaum noch grüne Halme zu finden, Landwirte müssen zufüttern. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen traf die anhaltende Dürre heimische Bauern hart – im Landkreis Hameln-Pyrmont beantragten nach Auskunft der Landwirtschaftskammer 52 Betriebe Dürrehilfe.

Für Niedersachsen stehen 35,6 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land aufgebracht werden. „Die Einbußen in unserer Region lagen im Erntejahr 2018 zwischen 20 und 25 Prozent. Dennoch konnten die Erntedefizite für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe durch die zum Teil gestiegenen Marktpreise mit Mühe und Not aufgefangen werden“, erklärt Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer, gleichzeitig Vorsitzender des Landvolkes Weserbergland.

Er kennt auch die Gruppe, die besonders von der anhaltenden Dürre betroffen ist: „Schlimm getroffen hat es unsere Milchviehbetriebe. Der Grünschnitt, auf den die Milchviehhalter zur Fütterung ihrer Tiere angewiesen sind, reichte in diesem historisch trockenen Sommer bei weitem nicht aus.“

Eine Einschätzung, die sich für Jürgen Kinast, dem Betreiber des größten Milchhofes auf münderschem Gebiet, bereits im August abzeichnete: „Rund 60 Prozent weniger insgesamt“, lautete seine ernüchternde Prognose. Der erste Grasschnitt sei noch in Ordnung gewesen – aber dann: Nur noch die Hälfte des erwarteten Ertrages im zweiten Schnitt, alle weiteren Schnitte fielen komplett aus. Kinast kann die Verluste durch eine gute Vorjahresernte kompensieren, andere Landwirte im Landkreis sind weniger gut aufgestellt – sie mussten sich um Dürrehilfe bemühen, um existenzielle Probleme abzuwenden. Zwei Betriebe aus dem Raum Bad Münder beantragten die Unterstützung von Land und Bund, „wovon möglicherweise nur einer Aussicht auf Erfolg hat“, wie Landvolk-Sprecher Tobias Wille betont.

Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer weist noch auf ein weiteres Problem hin: der Zukauf von Tierfutter habe sich als äußerst schwierig erwiesen. Der Markt sei „wie leer gefegt“ gewesen, die Preise für das wenige vorhandene Futter „durch die Decke gegangen“. „Aus diesem Grund befürworten wir auch die finanzielle Unterstützung betroffener Betriebe durch die Politik. Schließlich erfüllen Landwirte mit der Lebensmittelerzeugung einen wichtigen Auftrag für die Gesellschaft“, so Meyer. Es sei gut und richtig, wenn ihnen geholfen werde – schließlich werde damit jedem Verbraucher geholfen. „Allerdings scheinen die hohen Hürden der Dürrehilfe viele Landwirte von einer Antragsstellung abgeschreckt zu haben. Hier hätten wir uns weniger Bürokratie und mehr Flexibilität aus dem politischen Berlin gewünscht“, so Meyer.



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