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Zehn Jahre Hospiz in Bad Münder: Für niemanden „nur ein Job“

BAD MÜNDER. Ein Haus voller Geschichten. Beim Empfang zum zehnjährigen Bestehen des Hospizes Bad Münder wurde jetzt auf die Entwicklung des Hauses an der Deisterallee zurückgeblickt. „Ich weiß nicht genau, ob wir hier mehr geweint oder mehr gelacht haben. Mehr traurig oder fröhlich waren“, sagt Agnes Schulze Althoff.

Charlotte Reicher von der Jugendmusikschule gestaltet den musikalischen Part der Feierstunde im Hospiz. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Fast zehn Jahre leitete sie das Hospiz in Bad Münder – sie kennt die Einrichtung wie niemand sonst. Sie hat es mit geplant, sie hat in den ersten Wochen und Monaten gegen die Widerstände und Vorbehalte argumentiert, die in Bad Münder laut wurden. „Es gab Menschen, die sich beschwerten, dass sie nun nicht mehr zu Fuß die Deisterallee entlanggehen könnten“, erinnerte sich Schulze Althoff am Rande der Feierstunde an Diskussionen. Die größte Sorge: Das Hospiz, ein Ort zum Sterben. Spazierengehen in der Nähe des Todes. Ein Tabu für einige Münderaner. Schulze Althoff warb für die Einrichtung und die Idee der Hospizarbeit, und sie machte dabei immer wieder deutlich: Das Hospiz ist ein Ort des Lebens, ein Ort, um die letzten Tage des Lebens in Würde zu verbringen.

Eine Einstellung, die im Laufe der Jahre immer mehr Anhänger fand – immer breiter wurde die Unterstützung, auch in finanzieller Hinsicht. Denn: Einen Teil der Kosten muss die Einrichtung selbst aufbringen. Spender und Unterstützer waren auch zur Feierstunde geladen, Vertreter des Fördervereins ebenso wie zahlreiche ehrenamtlich Tätige. Andreas Przykopanski, Geschäftsführer der Awo Gesundheitsdienste Betreuung, dankte ihnen für ihr Engagement.. „Ohne Frau Schulze Althoff hätte es dieses Hospiz hier nicht gegeben, sie war der Motor des Ganzen. Aber ein Motor funktioniert nicht alleine, sie hat ein Netzwerk mit ihnen allen aufgebaut.“ „Hier macht niemand nur einen Job“, erklärte die ausgeschiedene Leiterin.

Deutlich mehr als 1000 Gäste haben seit der Eröffnung die Möglichkeit gehabt, die letzte Lebenszeit in einer wertschätzenden ruhigen Atmosphäre zu verbringen.

Bildhauermeister Andreas Kosel gestaltete den Brunnen im „Raum der Stille“. Foto: Kaiser
  • Bildhauermeister Andreas Kosel gestaltete den Brunnen im „Raum der Stille“. Foto: Kaiser
Stephanie Kaiser.
  • Stephanie Kaiser.

Stephanie Kaiser, die im August die Leitung von Schulze Althoff übernommen hat, dankte für die „Herzenswärme“ der Mitarbeiter und Förderer, die das Haus zu einem besonderen Ort mache. Sie dankte auch im Namen der Gäste, die im Hospiz begleitet wurden und werden.

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