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Woher stammen die Kunden der Tafel Bad Münder?

BAD MÜNDER. Die Kinder- und Altersarmut begleitet die Bevölkerung seit vielen Jahren. „Der Kreislauf muss endlich unterbrochen werden“, ist Dieter Hainer, der die Tafel Bad Münder leitet, überzeugt und fordert von der Politik wirkliches Handeln: „Soziale Teilhabe muss Kinderrecht werden“.

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Autor

Gert Mensing Reporter

Dieter Hainer ist einer von 104 Tafelmitgliedern, die sich in Bad Münder Tag für Tag für Menschen einsetzen, die hilfebedürftig sind. Rund 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer leisten im Stadtgebiet jede Woche ihren Dienst am Kunden. Sie kommen auf über 10 000 Stunden sozialer Hilfe im Jahr. Aber auch zahlreiche Lebensmittelsponsoren, größere und kleinere Firmen sowie private Spender sorgen dafür, dass eine breite Unterstützung vorhanden ist, um der Tafel für die Bewältigung der gesteckten Aufgaben eine Plattform zu gewährleisten.

Im vergangenen Jahr gab es die Tafel Bad Münder an jedem Mittwoch Essen aus; jeweils zwischen 13 und 15.30 Uhr nutzten rund 58 Haushalte das breit gefächerte Angebot. Das waren zwar acht weniger als im Vorjahresschnitt, allerdings wurde das Angebot 2018 an den heißen Sommertagen häufig nicht so sehr in Anspruch genommen.

Auf zwölf Kunden wöchentlich stieg hingegen die Kundenanzahl bei der mobilen Betreuung. Wie Tafel-Helfer Hans Müller aus Egestorf betont, würden Menschen daheim beliefert, die es aufgrund verschiedener Umstände nicht mehr den Weg zur Ausgabestelle Am Theenser Anger schaffen. „Bei manchen wird man richtig familiär aufgenommen“, freut sich Müller, der bei der Auslieferung jeden Dienstag auch schon bis nach Nienstedt fahren muss. Und auch das Diakonische Beratungszentrum wird jede Woche mit einem Korb voller Lebensmittel für das Freitagsfrühstück beliefert. Hier treffen sich jede Woche knapp 20 Personen, um gemeinsam zu frühstücken und Gesellschaft zu pflegen.

2018 wurden 55 neue Kundenausweise ausgestellt. Das waren ein Dutzend mehr als im Vorjahr. Davon hatten 32 Neukunden einen Migrationshintergrund, 22 waren Flüchtlinge. Unter den nunmehr betreuten 170 Haushalten befinden sich 42 Prozent Deutsche. 19 Prozent der Kunden stammen aus Syrien, gefolgt von Rumänien (13 Prozent) und dem Irak (fünf Prozent). Der Anteil der Spätaussiedler liegt bei vier Prozent. Insgesamt weist die aktuelle Statistik 23 verschiedene Länder aus.

Im Stadtgebiet ist der Anteil der Tafelkunden mit 72 Prozent aus der Kernstadt im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Ortsteile Eimbeckhausen (13 Prozent) und Hachmühlen (3) folgen in der Statistik vor Bakede, Hamelspringe, Flegessen und Nettelrede mit jeweils zwei Prozent sowie Beber, Nienstedt, Brullsen und Böbber mit jeweils einem Prozent. In Egestorf,
Hasperde, Klein Süntel, Luttringhausen und Rohrsen wird das Angebot der Tafel noch nicht angenommen.

Damit die Kunden auch weiterhin versorgt werden können, blickt die Tafel Bad Münder in die Zukunft. Vor allem nach neuen Lagerungsmöglichkeiten für die Lebensmittel wird gesucht. Bürgermeister Hartmut Büttner konnte den Ehrenamtlichen allerdings nicht helfen: „Wir haben derzeit leider keine Räumlichkeiten zur Verfügung“.

Hainer und seine Mitarbeiter blicken trotzdem optimistisch in die Zukunft und hoffdn weiter auf Unterstützung der Spender. Denn die Anzahl der Kunden, vermutet er, dürfte eher noch steigen.



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