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Weihbischof Bongartz kommt zu Gesprächen

BAD MÜNDER. Die katholische Kirche in Deutschland bewegt sich seit Jahren in schwerem Fahrwasser – insbesondere der Umgang der Kirchenoberen mit Missbrauch hat bei vielen Mitgliedern zu einem deutlichen Vertrauensverlust geführt. Wenn der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz am Donnerstag die Gemeinde St. Johannes der Täufer in Bad Münder besucht, wird aber auch die Krise der Kirche ein Thema sein.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Der Weihbischof besucht die Gemeinde im Rahmen der Visitation. Dieser offizielle Besuchstermin des zuständigen Bischofs in den Pfarreien dient der formalen und im Kirchenrecht verankerten Überprüfung der Bücher – viel mehr heutzutage aber dem Austausch zwischen dem Bistum und den verschiedenen Verantwortungsträgern in der Pfarrgemeinde vor Ort. „Die Visitation möchte vor allem die pastorale Entwicklung der Gemeinde im Dialog in den Blick nehmen“, sagt Monica Gräfin Adelmann, Mitglied des Pastoralrats.

Integrationslotsen eingeladen

In der münderschen Gemeinde ist der Weihbischof durchaus bekannt. Nicht nur, dass er Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre Pfarrer in Hameln war, er führte – noch als Domkapitular – 2009 auch den späteren Pfarrer Bernhard Baumert ein. Zum 50. Jahrestag der Kirchweihe gratulierte Bongartz 2012 in Bad Münder im Namen des Bistums Hildesheim.

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Zu dem Besuch am Donnerstag sind auch die Vertreter der evangelischen Gemeinde und die Integrationslotsen der Stadt eingeladen.

Erst Gottesdienst, dann Gespräche

Der geplante Ablauf: Nach einem Gottesdienst um 18 Uhr und einem Imbiss auf dem Kirchplatz wird es ein Gespräch mit dem Weihbischof im Pfarrsaal unter 2G-Bedingungen geben. „Bei mehr als 20 Personen wird das Gespräch in die Kirche verlegt“, sagt Gäfin Adelmann. Sie geht davon aus, dass es unter Einbeziehung der Gäste aus der Ökumene und der Integrationslotsen zunächst um die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge gehen wird. Weitere Themen werden nach Auffassung des Pastoralrates auch der „Bankrott der Amtskirche“ nach den Missbrauchsskandalen und die Herausforderungen in der Kirche und der Gemeinde gehen. Auch die Fragen eines Gemeindelebens ohne Hauptberufliche vor Ort sollen diskutiert werden. Gäste sind herzlich eingeladen, heißt es aus dem Pastoralrat.




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