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Voller Einsatz für optimalen Schallschutz

EIMBECKHAUSEN. Lärmschutz spielte kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als der SV Eimbeckhausen sein Schützenhaus baute, keine Rolle, doch das sieht heute ganz anders aus. Und so machten sich die Mitglieder nun an die Sanierung ihrer Anlage.

Keine Kugel kann das Gelände des Schießstands in Eimbeckhausen verlassen – dafür haben die Vereinsmitglieder gesorgt. Fotos: Mensing

Autor

Gert Mensing Reporter

EIMBECKHAUSEN. Dabei wissen die Schützen auch: Wenn jemand Mitte des vergangenen Jahrhunderts seinem Schießsport nachging, dann machte das deutlich mehr Lärm als bei der heutigen modernen Waffengeneration freigesetzt wird. Aber: Orte wachsen, oftmals werden an den Ortsrändern neue Baugebiete entwickelt oder Lücken bebaut. Und bei der Auswahl eines Bauplatzes wird oftmals zwischen Kaufpreis und Umfeld abgewogen, nicht selten zu Gunsten des Kaufpreises. Beschwerden über Lärm und Geräusche von Sportplätzen, Kinderspielplätzen und eben auch Schießanlagen beschäftigen die Gerichte. Der Eimbeckhäuser Verein hatte bereits vor vielen Jahren damit begonnen, sein Gelände durch Schutzwälle weiter abzusichern. „Keine Kugel darf das Gelände verlassen“, ist die Vorgabe für eine Genehmigung. Außerdem müssen die Schießstände so gesichert sein, dass auch Querschläger nicht in den Gefahrenbereich gelangen. Die Ziele sind gleich mehrfach mit Kugelauffang-Einrichtungen gesichert. Doch diese Schutzmaßnahmen waren den heimischen Schützen nicht genug. „Anlieger aus den nahegelegenen Siedlungen auf dem Hagen oder im Sonnenwinkel hatten vereinzelt angemerkt, sie würden zuletzt mehrfach den Schießbetrieb bei ungünstiger Witterung hören“, berichtet Vereinschef Heinrich Schomburg. Das, so die Vermutung des Vereinsbosses, lag vermutlich daran, dass ein kleines Wäldchen direkt neben dem Schützenhaus abgeholzt wurde.

Nachdem in jüngster Zeit auch in direkter Nachbarschaft ein Neubau errichtet wurde, kam weiterer Ärger hinzu. Um eine Auseinandersetzung nicht eskalieren zu lassen, nahmen die Schützen jetzt viel Geld in die Hand, um das ganze Gelände zu modernisieren und mit reichlich Lärmschutz noch stärker zu sichern. Rund 30 000 Euro wurden in jüngster Zeit in das Objekt gesteckt, glücklicherweise mit großer finanzieller Unterstützung der Fachverbände und zahlreicher Spenden. 95 Mitglieder haben an rund 50 Arbeitstagen rund tausend Arbeitsstunden geleistet.

Als schließlich der erforderliche Prüfbericht kam, war selbst Schomburg überrascht. „Uns wurde bestätigt, viel mehr gemacht zu haben, als vorgeschrieben war“, so der SV-Chef. Dabei hatten die Schützen ihre eigenen Planungen noch nicht einmal abgeschlossen. Das erst kürzlich mit der Plakette „Welterbe“ geschmückte Objekt befinde sich nunmehr in einem optimalen Zustand.

2 Bilder
Links und rechts der 50- und 100-Bahn sorgt ein Wall für den Schutz.


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