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„Tiere bieten ein erschreckendes Bild“

EIMBECKHAUSEN. Wenn Tierfreunde zusehen müssen, wie Tiere in der Nachbarschaft leiden, stellt sich für sie oft die Frage, wie sie helfen können. Mit einer solchen Problematik hat auch einer unserer Leser zu kämpfen.

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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Seit einigen Wochen, so erzählt er, stünden in Eimbeckhausen Pferde, die in einem schlechten Zustand seien. Schließlich reichte es ihm: Er informierte das Veterinäramt des Landkreises Hameln-Pyrmont und die NDZ.

Seit Ende April lebten die sechs Pferde in Eimbeckhausen, berichtet der Leser. „Die Tiere waren schon in einem sehr schlechten Zustand, als sie hier ankamen, und der hat sich nicht gebessert.“ Dies liege etwa daran, dass die Koppeln nicht regelmäßig gereinigt würden. Zudem seien die Tiere scheinbar verwurmt.

Was unser Leser allerdings besonders schlimm findet, ist der Ernährungszustand der Pferde. Das Gras der Wiese sei stets sehr schnell abgefressen und auch zum Grundnahrungsmittel Heu hätten die Tiere keinen erkennbaren täglichen Zugang. Der Leser ist sehr beunruhigt: „Die Tiere magern immer weiter ab und bieten ein erschreckendes Bild.“ Und er ist nicht der einzige, der alarmiert ist: „Jeden Tag laufen hier viele Menschen vorbei, die machen sich alle Sorgen.“

Dabei ist die regelmäßige Futteraufnahme für Pferde wichtig. Anders als Menschen besitzen sie nämlich einen sogenannten Stopfmagen. Das bedeutet: Der Magen verfügt nicht, wie beim Menschen, über Muskeln zum Weitertransport. Damit eine vernünftige Verdauung funktionieren kann, muss also immer wieder Futter von oben nachkommen. Sonst drohen Verdauungsprobleme bis hin zu gefährlichen Koliken. Die tägliche Aufnahme von Heu, das besonders rohfaserreich ist, spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Rund 50 Kilogramm würden sechs Pferde pro Tag benötigen, weiß unser Leser.

Der Besitzer müsse hier bei der Haltung der Pferde unterstützt werden, meint er. Da Kontaktversuche allerdings stets ins Leere gelaufen seien, habe er sich schließlich an das Veterinäramt des Landkreises Hameln-Pyrmont gewandt und dieses aufgefordert, Haltung und Fütterung der Tiere zu kontrollieren.

Der richtige Schritt, denn Pferdehaltungen unterliegen laut Tierschutzgesetz tatsächlich der Aufsicht durch die zuständige Behörde, wie Landkreissprecherin Sandra Lummitsch auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. „Demzufolge kann routinemäßig oder anlassbezogen kontrolliert und gegebenenfalls gehandelt werden.“

Der Fall in Eimbeckhausen sei „dem hiesigen Veterinäramt bekannt und es wurden bereits Maßnahmen eingeleitet“, fährt Lummitsch fort. Aus Gründen des Datenschutzes könne sie allerdings zu den einzelnen Feststellungen vor Ort und zu den veranlassten Maßnahmen keine weiteren Angaben machen. Lummitsch versichert aber: „Dieser Fall wird von uns mit Blick auf das Wohl der Tiere engmaschig begleitet.“ Erst Anfang des Monats habe sich die zuständige Kollegin vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage gemacht.

Für die besorgten Anwohner, denen das Wohl der Pferde sehr am Herzen liegt, ist der Fall damit aber noch nicht abgeschlossen. Sie wollen den Zustand der Tiere weiter im Auge behalten und hoffen, dass sich durch Maßnahmen des Veterinäramtes etwas ändert. „Es würde ja schon helfen, wenn man sehen würde, dass die Tiere täglich etwas zu fressen bekommen“, meint unser Leser.

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