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Stuart und David Orme übernehmen den Golfplatz

BAD MÜNDER. Gut 20 Jahre nach seiner Eröffnung bekommt der Golfplatz bei Bad Münder neue Besitzer: Die Investoren Stuart und David Orme, Betreiber des Golfparks Steinhuder Meer in Mardorf, überehmen ab Januar das Ruder auf der Anlage, investieren hier 1,5 Millionen Euro.

Mehr Menschen für Golf begeistern – Stuart und David Orme wollen neue Golfer auf die Anlage in Bad Münder holen. Foto: Archiv
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Für den Verein „Golfclub am Deister“ ist der Schritt die Rettung: Er selbst hätte wohl mittelfristig aufgeben müssen.

Der Golfclub war bislang de facto auch Betreiber des Platzes: Er hält über eine Zwischenfirma 86 Prozent der Anteile an einer eigens gegründeten „Golf Betreibergesellschaft Bad Münder“: Diese hatte die Flächen gepachtet und auf ihnen auch den Platz bauen lassen. Die restlichen 14 Prozent verteilen sich auf Mitglieder und Bürger.

Ohne Investor wäre
irgendwann Schluss

Dass es in dieser Konstellation nicht gut um die Zukunft des Platzes bestellt war, daraus machen die Verantwortlichen keinen Hehl: Mit den „Beiträgen einer stagnierenden Mitgliederzahl“ seien die „wachsenden Kosten nicht zu decken (...), um den Golfbetrieb verantwortlich führen zu können“, heißt es in einer Stellungnahme. Soll heißen: Ohne Investor wäre auf dem gepflegten Rasen früher oder später Schluss.

In dieser Situation suchte der Vorstand um Präsident Klaus Schütte, gleichzeitig ehrenamtlicher Prokurist der Betreiber-GmbH das Gespräch mit Orme. Der prüfte, plante verhandelte, sprach mit Banken – und urteilte am Ende: „Ich sehe hier ein Riesenpotenzial.“ Der Deal: Orme kauft das Gelände samt Clubhaus, löst die Schulden des bisherigen Betreibers ab – und kümmert sich fortan um alle wirtschaftlichen und betrieblichen Aspekte. Der Verein bleibt zuständig für die Mitgliederbetreuung, die Jugendarbeit oder die Sportförderung. „Der Club gibt alle wirtschaftliche Verantwortung an uns ab“, sagt Orme. Und betont: „Es war keine feindliche Übernahme“ – auch wenn der Club in Sachen Platzbetrieb künftig nicht mehr das Sagen hat.

Eine Vereinsversammlung stimmte denn am Montagabend auch mit deutlicher Mehrheit dem Konzept und weiteren Verhandlungen zu – auch wenn die Mitglieder zuvor nicht über die Pläne informiert waren, „um Irritationen zu vermeiden“, so Vereinssprecher Thorsten Knaul.

Bis Jahresende sollen alle Formalitäten abgewickelt sein – dann will der Investor durchstarten: Bis zu 1,5 Millionen Euro sollen allein in den kommenden ein bis zwei Jahren in die Anlage fließen. Unter anderem will Orme ein eigenes Platzpflege-Team samt Technik und Gerätehaus installieren: Bisher übernimmt diese Aufgabe eine Fremdfirma.

Aber auch in Sachen Marketing und Mitgliederwerbung hat der Golf-Experte viel vor: Vor allem sollen neue Golfer zu dem bislang 400 Mitglieder starken Verein stoßen, neue Nutzer die Anlage für sich entdecken. Bislang habe man nur etwa 50 Schnuppergäste im Jahr – in Mardorf seien es 500. „Der Markt ist noch nicht gesättigt“, glaubt Orme: „Wir haben gerade erst die Hürde der alten Klischees überwunden.“ Vom kommenden Golf-Boom könne auch Bad Münder profitieren.

Profitieren, so die Idee, soll von den Plänen nicht nur das direkte Umfeld des Golfplatzes, sondern auch die Stadt – etwa touristisch. Alte Visionen eines Golfhotels in unmittelbarer Nähe zur Anlage will Orme noch nicht gleich aufleben lassen: Erst einmal die Hausaufgaben machen, sagt er, der gerade am Hauptstandort in Mardorf ein Hotel plant: „Wir dürfen uns nicht übernehmen. In fünf bis zehn Jahren können wir dann noch mal über eins in Bad Münder reden.“

Auch die Stadt ist nach Angaben von Bürgermeister Hartmut Büttner (SPD) in die weiteren Gespräche zwischen Golfclub und Investoren eingebunden. Man werde selbst zwar keine Investitionen tätigen, so Büttner. Man prüfe jedoch, wie das Vorhaben von Stuart und David Orme in die eigenen Überlegungen eingebunden werden könne. Denkbar sei etwa, über die Getour spezielle Tourismuspakete für die Zielgruppe Golfer zu schnüren.

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