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Spende an die Tafel Bad Münder: NDZ-Glückschweinchen sorgen für Lebensmittel

Seit dem Jahreswechsel 1996/97 bietet die Neue Deister-Zeitung jährlich kleine Holzschweine mit Glücksmünze zum Verkauf an. 3800 kleine Glücksschweinchen wechselten in diesem Jahr in Bad Münder und Springe die Besitzer. Den Erlös gibt die NDZ komplett an wohltätige Zwecke in den beiden Städten weiter. In Bad Münder wurde in diesem Jahr nun die Tafel bedacht.

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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite
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„Als wir erfahren haben, dass die Tafeln inzwischen Lebensmittel dazukaufen müssen, war uns klar, dass das Geld dieses Jahr an die Tafel geht“, erläuterte NDZ-Verleger Burkhard Schaper, der nun gemeinsam mit Medienberater Henrik Koch die Tafel Bad Münder besuchte, um einen symbolischen Scheck in Höhe von 1970 Euro zu überreichen und sich vor Ort ein Bild über die Lage zu machen.

Dieter Hainer, der Vorsitzende der Tafel, bestätigt: „Es ist nicht unsere Philosophie, Lebensmittel dazuzukaufen, aber wenn wir es nicht machen, würde es bedeuten, dass wir bei 60 bis 70 Kunden nach 45 Kunden sagen müssten: ‚Es gibt keine Lebensmittel mehr.‘ Ist das die Lösung? Das kann sie nicht sein.“

Drei Krisen in den vergangenen sieben Jahren


Der Lebensmittelzukauf wurde in den vergangenen Monaten notwendig, da mit den Geflüchteten aus der Ukraine die Zahl der Tafel-Kunden, wie berichtet, sprunghaft angestiegen war. „Die Ukrainer hatten ja kein Geld, als sie hier angekommen sind, und wir sind die erste Anlaufstelle für Lebensmittel“, erklärt Hainer. „Wir helfen auch gerne.“

Und der Ukraine-Krieg war nicht die einzige Krise in den vergangenen Jahren: „Innerhalb von sieben Jahren hatten wir drei Krisen“, sagt Hainer mit Blick auf die Flüchtlingswelle aus Syrien in den Jahren 2015 und 2016, die Corona-Pandemie ab 2020 und in 2022 dann den Ukraine-Krieg.

Dass genügend Lebensmittel für alle Kunden vorhanden sind, ist dem Team ein großes Anliegen, denn „uns ist wichtig, dass der soziale Frieden gewahrt wird und dass alle etwas kriegen“.

Auch die gestiegenen Energie- und Benzinpreise belasten die Tafel – für die Kühlung wird viel Strom benötigt und das Team müsse häufig nach Bremen zum Landeszentrallager fahren, um Großspenden einzusammeln.

Die Tafel sei daher dankbar für jede Spende, betonte Hainer. Und: „Wir sind dankbar, dass uns die NDZ ausgewählt hat.“ Auch von anderen Seiten erhält die Einrichtung viele Zuwendungen – die Spendenbereitschaft habe zugenommen, freut sich der Tafel-Chef. Da viele, teils auch größere Spenden aber anonym eingingen, bittet er die Spender, sich zu melden, damit sie eine Spendenquittung erhalten können.

Tafel-Team mit 50 Helfern

Die Summe aus dem Glücksschweinchen-Verkauf soll zur Hälfte für den Lebensmittel-Zukauf verwendet werden, erklärt Hainer. Die zweite Hälfte soll für einen Ausflug genutzt werden, der im Frühjahr für die Kinder von Tafel-Kunden angeboten wird.

Aktuell besteht das Team der Tafel Bad Münder übrigens aus rund 50 Helfern; sechs davon sind selbst Tafelkunden aus verschiedenen Ländern wie dem Libanon, Syrien und der Ukraine. Erst kürzlich hätten auch frisch zugezogene Münderaner ihre Hilfe angeboten, freut sich Hainer. „Wir brauchen die Leute auch, weil die Ausgabe jetzt länger dauert“, fügt er im Hinblick auf die gestiegene Kundenzahl hinzu. Damit nicht alle Kunden am Ausgabetag auf einmal kommen, wurde bereits eine zeitliche Staffelung vorgenommen.

Irgendwann, fügt Hainer hinzu, möchte die Tafel den Lebensmittelzukauf auch wieder einstellen. Aber bis dahin „sind wir zuversichtlich, dass wir gut über die Runden kommen, denn wir haben eine tolle Unterstützung von Spendern“.




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