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SPD räumt das Remmer-Heim

BAD MÜNDER. Ein Haus, das ist immer mehr als nur vier Wände. Manchmal ist es eine Heimat – auch für eine Partei. Die SPD räumt nach fast 100 Jahren das Bürgermeister-Remmer-Heim im Osterberg: Sie hat sich mit dem privaten Waldbesitzer auf das Ende des Pachtvertrags geeinigt; eine Jagdgenossenschaft zieht dort nun ein.

SPD-Helfer entrümpeln das Remmer-Heim im Osterberg. Foto: SPD
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Ohnehin hatte der Betrieb des Heims zuletzt zusehends auf der Kasse des SPD-Ortsvereins gelastet. Im März hatten die Verantwortlichen beklagt, nötige Reparaturen seien kaum zu stemmen – und eine langfristige Lösung angestrebt.

Die wird nun nicht mehr benötigt: „Mit viel Wehmut, aber auch Dankbarkeit“, sagt Siegfried Schönfeld, hätten sich aktive Parteimitglieder um Klaus Blume und den Vorsitzenden Wilfried Hartmann in den vergangenen Wochen um Rückbau und Entrümpelung gekümmert.

Das Gebäude atmet sozialdemokratische Geschichte: Errichtet wurde es laut Schönfeld zu Beginn der 1920er Jahre auf städtischem Gelände von der damaligen Arbeiterjugend Bad Münder – der Jugendorganisation der SPD. Während des Nationalsozialismus wurde das Heim dann vom Reichsbund verwaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg bewirtschafteten es die Falken und die AWO, der es unter anderem als Stätte zur Kindererholung diente. Ab 1980 stieg dann die SPD als Träger ein.

Seitdem habe man „unzählige Arbeitsstunden“ in das Haus investiert, so Schönfeld; renoviert, erweitert, Wasser- und Stromleitungen installiert, einen Teich angelegt, Sanitäranlagen samt Biogasanlage geschaffen und eine Grillhütte mit Theke errichtet. Letztere gehörte zu den Bauten, die nun wieder weichen mussten.

Auch drinnen ist der langjährige Betreiber des Heims unverkennbar: In der guten Stube befindet sich direkt neben dem Bollerofen ein Relief, das der ehemalige SPD Bundestagsabgeordnete Heinz Frehsee gespendet hatte. Es zeigt die Köpfe einiger vergangener SPD-Größen: Willy Brandt, Fritz Erler, Carlo Schmid, Helmut Schmidt und Herbert Wehner. Der münderschen SPD diente das Gebäude samt Umgebung nicht nur als interner Treffpunkt für Sitzungen und Feste. Hier mieteten sich über Jahre auch Familien, Institutionen und Vereine ein, feierten Geburtstage, Konfirmationen und Jubiläen.

Alles immer unter dem wachsamen Auge von ehrenamtlichen Helfern und Leitern. Schönfeld fallen besonders Heinz Heller, Siegfried Schimke, Oskar Stolzenberger, Annegret Meinken, Irene und Dietmar Nossing und Udo Zelck ein. „Nun wird ein wesentliches Kapitel der münderschen SPD-Geschichte für immer beendet“, sagt Schönfeld traurig. Die Entscheidung habe sich der Vorstand um Wilfried Hartmann nicht leicht gemacht.



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