×

So lief der Deistertag 2022 in Springe und Bad Münder

Hunderte Besucher kamen am Wochenende auch in Springe und Bad Münder zum Deistertag: Wir zeigen viele schöne Fotos vom Sonntag.

Autor

Christoph Huppert Reporter
Anzeige

Die Skatrunde aus Barsinghausen strotzt nur so vor Fitness. „Wir fahren jeden Sonntag hier rauf, aus verschiedenen Richtungen“, sagt Carsten Hettwer. Der 65-jährige Stadtplaner aus Barsinghausen will mit seinen Kumpels einfach nur die Sonne und den Nachmittag genießen. Die Herrenrunde war Teil von rund 400 Besuchern, die zum Deistertag bis zum frühen Nachmittag zum Nordmannsturm am Kammweg hinaufgekommen waren und ein buntes Programm genossen.

„Im gesamten Deister erwarten wir mehrere tausend Besucher“, sagt Thomas Slappa von der GeTour am Morgen. Am Ende waren es rund 5000. Slappa ist Sprecher der AG Deister, in der sich die Kommunen rund um den Deister zusammengefunden und die die 13. Auflage des Deistertages mit rund 40 Veranstaltungen organisiert haben.

Das könnte Sie auch interessieren...

Der markante Turm liegt nur wenige Schritte von der Grenze Bad Münders zu Barsinghausen, vom Landkreis Hameln-Pyrmont zur Region Hannover, entfernt und ist nicht nur Ziel-, sondern auch Ausgangspunkt für Wanderungen. „Etwa rüber zur alten Taufe, dem historischen heidnischen Opferstein, oder in die andere Richtung zum ,Schwedenfindling´, der beweist, dass in der Eiszeit hier alles unter einem Gletscher verborgen war“, erklärt Slappa.

8 Bilder

Kultur- und Verkehrsverein aus Nienstedt bietet geführte Wanderung

Mit großem Hallo kommt schon kurz nach Mittag die Wandergruppe von Ernst-August Bebermeier vom Kultur- und Verkehrsverein aus Nienstedt am 19 Meter hohen, 1863 von Constantin Nordmann erbauten Turm an. Während die jüngeren noch auf einer erweiterten Tour unterwegs sind, besetzt die Gruppe um Bebermeier schon einmal einen der großen Holztische.

Ein Duo lässt Country- und Oldieklänge erschallen und einige Wanderer finden noch die Kraft, die Treppe zum Turm hochzusteigen, um den grandiosen Ausblick übers Calenberger Land und das Deister-Sünteltal zu genießen.

Der 19-jährige Florian und Angelika Steinhoff, die Mutter der Pächterin, sind derweil mit der Ausgabe von Bier und Brezeln beschäftigt. „Wir haben 180 Plätze und die werden an diesem Nachmittag bestimmt mehrfach voll besetzt“, so die 68-Jährige, die den Turm seit 2006 mit bewirtschaftet. Seit 16 Jahren sei auch der Koch hier oben im Einsatz und habe „von Maischolle, Spargel, Currywurst bis Sülze alles auf der Pfanne“, schmunzelt Steinhoff.

Kein reines Heimspiel: Gäste auch aus Hannover und Bielefeld

Bei allerbestem Frühlingswetter treffen immer mehr Gäste ein. Biker flitzen durchs Unterholz und auch Jens (41) und seine Partnerin Jacqueline (35) aus Bielefeld haben auf ihren Mountainbikes den Anstieg hinauf zum Turm geschafft. „Wir freuen uns schon auf die Abfahrt“, so die beiden.

Einen echten Familientag genießen Anke Köppe und Nicole Friese, die aus Hannover-Herrenhausen angereist sind. „Die Männer laufen hinter uns, die Kinder vorweg“, lacht Köppe. Die Diabetes-Assistentin macht regelmäßig Ausflüge mit Kind und Kegel in den Deister. „Der ist für uns Hannoveraner echt gut zu erreichen“, stimmt Friese zu.

Die Frage auch im Deister: Wie geht es dem Wald?

Auf nur einem Rad sind die beiden Schüler Eloy (16) und Nicolai (15) zum Nordmannsturm gekommen. Die beiden Einradfahrer von der IGS Wunstorf sind ebenfalls „sehr oft im Deister“.

„Einrad ist weniger gefährlich als Radfahren“, versichert Nicolai. Hinfallen gehöre eben dazu und mit nur einem Rad könne man viel besser abspringen. Sagt´s, schwingt sich auf sein 26 Zoll großes Einrad und stürzt sich den Weg in Richtung Kammweg hinab.

Thema sind bei vielen Deister-Besuchern auch die sichtbaren Veränderungen im Wald. Zwar habe der Buchenwald oben am Kamm durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren gelitten, seien die Sturmschäden unübersehbar, doch, so Slappa „bei weitem nicht so dramatisch wie etwa im Harz.“

Viel los an der Deisterhütte

Rund 1000 Ausflügler kamen am Sonntag zum zentralen Anlaufpunkt des „Deistertags“ in Springe. Stadtmanagerin Anike Molgedey erklärte am Nachmittag zufrieden: „Alles ist perfekt gelaufen.“

Schon um 10 Uhr sind die ersten Familien an der Deisterhütte. Sie wollen sich einen Platz in der Kutsche ergattern, die hier für eine kleine Wald-Rundfahrt bereitsteht. Elisa (9) und Laura (10) streicheln Bubi, ein 19 Jahre altes, schneeweißes Pony. Bubi und die anderen Pferde von „Jennys Reitschule“ aus Völksen sind schön herausgeputzt für den Aktionstag.

„Mein Vater macht die Kutschfahrten“, klärt Jenny Hein auf. Acht bis zehn Personen haben auf der Kutsche von Friedhelm Mähler Platz. Und dann geht es los, etwa 25 bis 30 Minuten durch den frühlingshaft schönen Deister.

Vor allem Familien nutzen den Tag für einen Ausflug

Direkt am Haus der Naturfreunde sammeln sich derweil mehrere Leute mit festem Schuhwerk und brechen zu einer acht Kilometer langen Wanderung auf. Es geht über den Panorama-Weg durch den Deister, zum Taternpfahl und zurück zur Deisterhütte.

Auch eine Gruppe von Fahrradfahrern startet hier; teils mit, teils ohne elektrische Unterstützung. Im Laufe des Tages gibt es rund um die Deisterhütte außerdem eine Märchenführung, eine Geocaching-Schatzsuche und eine Wildkräuterwanderung. Der Grill wird angemacht, Kaffee und Kuchen sind erhältlich.

Die Mitarbeiterinnen der Springer Tourist-Info zählen allein zwischen 13 und 15 Uhr rund 500 Besucher. Vor allem Familien nutzen den besonderen Aktionstag für einen Ausflug ins Grüne. Über den Tag verteilt kommen etwa 1000 Personen vorbei. Eine tolle Werbung für den Deister – und für Springe.




Kontakt
Redaktion
Telefon: 05041 - 78932
E-Mail: redaktion@ndz.de
Anzeigen
Telefon: 05041 - 78910
Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
Abo-Service
Telefon: 05041 - 78921
E-Mail: vertrieb@ndz.de
Abo-Angebote: Aboshop

Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
X
Kontakt