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Rund 60 Gäste wollen das „Rendezvous im Schlafcoupé“ sehen

BAD MÜNDER. Die vier Damen aus der Reisegruppe des Seniorenheims Thöne aus Braunschweig sind unzufrieden. „Der Kuchen war tiefgefroren und aufgetaut. Und wer hat um zwei Uhr mittags schon Kaffeedurst?“ Mit 35 Teilnehmern war die Seniorengruppe nach Bad Münder gereist, um einen unterhaltsamen Nachmittag zu verbringen.

Ann-Kathrin Forst begeistert nicht nur Bühnenpartner Tadeusz Galczuk, sie kommt auch beim Publikum gut an. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Alles zusammen 40 Euro, davon 22,50 für den Eintritt“, erklärt die 80-jährige Christa Redecke. Die Braunschweigerin und ihre Reisegefährten machten gut die Hälfte der knapp 60 Gäste bei der Operettenaufführung des Ensembles „Operamobile“ im Martin-Schmidt-Konzertsaal aus. Statt vollem Saal bot sich diesmal ein anderes Bild – nur vier Reihen waren besetzt.

Dort saßen auch Zuschauer aus Springe, Völksen und Lehrte, die mit der heiteren Komödie von Leo Fall „Die geschiedene Frau – Rendezvous im Schlafcoupé“, die Bettina Delius für die Operamobile-Akteure in eine schwungvolle Form gebracht hatte, eine an Ohrwürmern reiche, revueartige Vorstellung erlebten.

Eigentlicher Autor der Operette ist allerdings Victor Leon, der Verfasser der „Lustigen Witwe“ und des „Opernballs“. Zwar war von „Schlafcoupé“ weit und breit nichts zu sehen, doch vor der gewohnten, jetzt vom ehemaligen Kurhotel nach Mehle ausgelagerten Kulisse, agierten die Operamobile-Sängerinnen und Sänger in routinierter Manier. Neben dem Charmeur Tadeusz Galczuk und dem stimmstarken Peter Michailov erwies sich einmal mehr Ann-Kathrin Forst als Hingucker und Stimmwunder. „Sie ist schon über ein halbes Jahr bei uns“, so Operamobile-Chef Alexander Senger. „Sie ist der Typ den wir brauchen, denn sie hat eine klassische und eine Musicalausbildung, kann also singen und schauspielern.“ Was Kathrin Forst dann insbesondere zur Freude des männlichen Publikums auch tat.

Auf die geringe Zuschauerzahl ging auch der Operamobile-Chef ein. „Uns hat die Grippe erwischt“, beklagte Senger, der nicht ausschloss, dass bei derlei schwachem Besuch sogar Vorstellungstermine abgesagt werden müssten.

Das „Rendezvous im Schlafcoupé“ aber erwies sich für die Mehrzahl der Zuschauer als durchaus unterhaltsam. „Ich bin recht zufrieden, Note 3, ganz ordentlich“, bewertete eine der Braunschweigerinnen das Geschehen auf der Bühne. „Aber die Frauen sind zu schrill“, ergänzte ihre Nachbarin kritisch. Der älteste Gast des Nachmittags, eine 92-jährige Seniorin aus Springe, zeigte sich dagegen dankbar dafür, „dass die für uns Senioren doch wenigstens mal etwas machen.“



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