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Petra Joumaah: Unsicherheit nach der Hacker-Attacke

BAD MÜNDER. Gerade einige Wochen ist es her, dass sich Petra Joumaah mit einem Einbruch in ihre digitale Privatsphäre befassen musste. Jetzt steht die mündersche Landtagsabgeordnete und Ortsbürgermeisterin erneut auf einer Liste von Personen des öffentlichen Lebens, die von Datendiebstahl betroffen sind.

Erwin Wodicka
Jens

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Seit gestern weiß Joumaah auch, welcher Art ihre Daten sind, die öffentlich einsehbar ins Netz gestellt wurden. Das Bundesamt für IT-Sicherheit (BSI) informierte sie am Montagvormittag darüber, dass sowohl Telefonnummern und Mailadressen als auch Chatverläufe geleakt wurden. Mit der Mitteilung des BSI erreichte sie auch die Anfrage, ob sie detailliert über die veröffentlichten Daten informiert werden wolle – das sei zu empfehlen, wenn sie beispielsweise betroffene Dritte über den Datendiebstahl und die Veröffentlichung privater Korrespondenz in Kenntnis setzen wolle.

Joumaah will, will sogar dringend mehr über das Ausmaß des Datendiebstahls wissen. Denn auf der einen Seite ist sie sich sicher, über gehackte Dienste wie etwa den Facebook-Messenger keine brisanten Daten ausgetauscht zu haben. Andererseits weiß sie nicht, welche anderen Konten ebenfalls ausgespäht wurden. „Das beunruhigt mich wirklich“, sagt sie. Allerdings: Während die Daten tagelang frei zugänglich im Netz bereit standen, bereitet ihre Übermittlung durch das BSI nun offenbar Probleme, was Joumaah nach einem Telefonat mit der Behörde auf die personelle Ausstattung zurückführt.

Grundsätzlich bringt der Cyberangriff die Abgeordnete zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Vorteile ihres Facebook-Accounts wie die Reichweite und die direkte Kommunikation das Risiko des Datenklaus aufwiegen. Thema werde das heute auch in der CDU-Fraktion sein, so Joumaah.

Erst vor wenigen Wochen hatten sich Unbekannte Zugriff auf Joumaahs Mailaccount verschafft, ihn letztlich komplett gelöscht. Die Auswirkungen für die Landespolitikerin waren erheblich. Zwar konnte ein Großteil der gelöschten Daten rekonstruiert werden, doch längst nicht alle Kontakte ihres alten Mailaccounts konnten über die neue Adresse informiert werden. Mit der Folge, dass dringend erwartete Unterlagen Joumaah erst spät oder teilweise überhaupt nicht erreichten.

Dass sie nicht unmittelbar nach Bekanntwerden der Hackerangriffe darüber informiert wurde, dass sie unter den Opfern ist, stört Joumaah erheblich. Das BSI wusste nach eigenen Angaben bereits seit Anfang Dezember von dem Angriff, informierte aber nur einzelne Betroffene darüber. „Ich erwarte, dass so etwas sofort mitgeteilt wird. Das muss einfach zügiger gehen.“



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