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Niedersächsischer Schülerfriedenspreis geht nach Bad Münder

HANNOVER/BAD MÜNDER. Im Rahmen einer Feierstunde im Landesmuseum Hannover sind am Mittwoch Schulen aus Bad Münder, Emden, Helmstedt und Osnabrück mit dem Schülerfriedenspreis 2017 und dem Zivilcouragepreis 2017 ausgezeichnet worden.

Zur Auflockerung das Schullied für den Minister und die Gäste: Matthias Brodtmann (l.) begleitet die mündersche Grundschuldelegation bei „Miteinander – Füreinander.“
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Julian hat schlecht geschlafen. „Eigentlich fast gar nicht“, sagt der mündersche Grundschüler. Viel zu aufgeregt sei er gewesen, doch das ist jetzt auf einen Schlag verflogen: Gerade hat der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne der Schuldelegation aus Bad Münder zum Niedersächsischen Schülerfriedenspreis gratuliert. Julian ballt die Siegerfaust, jubelt mit seinen Mitschülern, als der Minister die Urkunde überreicht.

Geladen hatte der Kultusminister zur Preisverleihung nicht ins Gästehaus der Landesregierung, das gerade renoviert wird. Dass statt dessen das Landesmuseum den würdigen Rahmen für die Verleihung der Preise bildete, war den Schülern nur recht: Neben der ohnehin aufregenden Feierstunde gab’s noch Gelegenheit zum Museumsbesuch. Konrektor Matthias Brodtmann und die begleitenden Lehrerinnen Kerstin Schmidt und Julia Schauneweg hatten ihn fest eingeplant.

Zuvor aber wartete auf die Gäste des Kultusministers die Auszeichnung: Das Projekt „Ich bin stark – und brauche keine Gewalt“ der Grundschule überzeugte die Jury. Sie setzte es auf den mit 1800 Euro dotierten ersten Platz des landesweiten Wettbewerbs. Mit zahlreichen kleineren und größeren Maßnahmen und Projekten wurden alle Schüler mitgenommen und auf ein gemeinsames Ziel eingeschworen, und dieses Ziel hieß: Im Umgang miteinander auf Gewalt zu verzichten und friedlich, solidarisch und kooperativ miteinander umzugehen. „Die Vielfalt der Herangehensweisen und Aktionsformen, sowie die Einbeziehung der gesamten Schulgemeinschaft haben die Jury überzeugt und begeistert“, begründete der Kultusminister die Entscheidung. Ihn beeindruckt insbesondere das Fazit, das an der Grundschule mit etwas Abstand zu den eigentlichen Projektwochen gezogen wurde: Wenn ein Rückgang von Gewaltvorkommnissen und ein besseres Miteinander spürbar waren, „dann wird deutlich, was solche Projekte an Schulen positiv bewirken können.“

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Viertklässler Lenard stellte dem Minister und den Gästen der Preisverleihung schließlich vor, wie das vom Schülerrat begleitete Projekt mit Leben gefüllt wurde. Der Ansatz dabei: Von jedem Schüler wurde ein Portraitfoto gemacht. „Darunter sollte jeder schreiben, was man so für Talente hat, was man gut kann, was einen stark macht“, erklärte Lenard. Die 320 Kinderbilder aller Schüler wurden zu einer großen Ausstellung zusammengefügt, die dann von Spielen zur Kontaktaufname begleitet wurde. Steckbriefe der Schüler wurden von den Klassensprechern verteilt, dann galt es, das Gegenüber zu finden. Zu den einzelnen Runden wurden Vollversammlungen der Schüler einberufen. „Die Aktion sollte dazu dienen, dass wir friedlicher werden. Und am Ende hat der Schülerrat Informationen ausgetauscht und wir haben festgestellt, dass es an unserer Schule tatsächlich friedlicher geworden ist“, berichtete der Viertklässler. Dafür gab es anhaltenden Applaus der Gäste der Feierstunde, ebenso für die kurze Einlage: Schüler und Lehrer schmetterten ihr Schullied „Miteinander – Füreinander“, im Publikum erwies sich die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah als Gast erstaunlich textsicher.

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