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„Neues Leben in alten Mauern“ startet mit dem Umbau

FLEGESSEN. Abschied und Neuanfang in Flegessen: Nach 200 Jahren trennt sich die Kirchengemeinde von ihrem Pfarr- und Gemeindehaushaus. In einem Gottesdienst im Gemeindesaal wurde gestern ein symbolischer Schlüssel an die neuen Eigentümer übergeben.

Symbolträchtige Übergabe: Kirchenvorstand Gerhard Bartels überreicht einen Schlüssel aus Brotteig an Vertreter der UG.
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

„Wir haben uns die Entscheidung sicherlich nicht einfach gemacht“, erklärte Kirchenvorstandsvorsitzender Gerhard Bartels, nachdem Pastorin Frauke Kesper-Weinrich auch im gut besuchten Gottesdienst Bezug auf die Trennung von den Gebäuden genommen hatte. Bartels erinnerte an den Bau des Pfarrhauses im Jahr 1819, an 23 Pastorinnen und Pastoren, die in dem Haus teilweise mit ihren Familien gelebt haben. Er ging aber auch darauf ein, dass seit 1998 das Haus eben nicht mehr bewohnt wird. „Eine Trennung ist eine Trennung, aber das Leben besteht auch aus Abschieden – und oftmals entsteht daraus etwas Neues“, erklärte er und freute sich, dass die Gebäude dem Dorf erhalten bleiben.

Neue Eigentümerin ist die Unternehmergesellschaft (UG) „Neues Leben in alten Mauern“, die rund 35 Familien im Ort gegründet haben. Mit diesem Unternehmen sollen künftig länger leerstehende Gebäude in den Dörfern Hasperde, Flegessen und Klein Süntel gekauft werden, um sie zu entwickeln und wieder zu beleben. „Im Kollektiv zum Wohl unserer Dörfer“, wie Henning Austmann von der UG erläutert. Dadurch soll aktiv zu einer positiven Innenentwicklung der Dörfer beigetragen werden.

Der Kauf und Umbau des Pfarr- und Gemeindehauses ist das erste Großprojekt der Gesellschaft. Im Sommer 2017 hatten sich die UG als Käufer beworben und dann auch den Zuschlag auf Kirchenseite erhalten. Schließlich hatten die Bewerber hervorragende Argumente – nicht zuletzt in Form eines gemeinwohlorientierten Konzepts. Bereits seit 2015 arbeiteten Mitglieder der UG an einer Sanierungs-, Nutzungs- und Finanzierungslösung. Zum Jahreswechsel wurde nun der Kaufpreis gezahlt und mit der Eintragung ins Grundbuch vor einigen Wochen ist die Gesellschaft auch offiziell Eigentümer. „Gut Ding braucht Weile – aber wir hatten schon gehofft, dass es schneller gehen würde“, erklärte Henning Schrader als Vertreter der UG bei der Schlüsselübergabe. UG-Mitglied Peter Nehmann stellte die nun anstehenden Aufgaben vor und lud dazu ein, sich zu beteiligen und das Gemeinschaftsgefühl auf der Baustelle zu erleben.

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Pfarrhaus und Gemeindehaus bilden einen Gebäudekomplex. Im Pfarrhaus (links) werden Wohnungen ausgebaut, das Gemeindehaus bleibt zunächst bestehen.

Bis April nächsten Jahres, so der Plan, soll der Pfarrhausteil mit ökologischen Baustoffen energetisch saniert und zu einem Mehrgenerationenhaus mit zunächst drei Wohneinheiten ausgebaut werden – zwei seniorengerechte Wohnungen im Erdgeschoss, eine große Familienwohnung im Obergeschoss.

Wichtig für die Mitglieder der UG und im Gottesdienst gern gehört: Das direkt angrenzende Gemeindehaus und der Gemeindehausgarten bleiben für die bisherigen Nutzungen erhalten. Musikgruppen und Dorfkino, Ausstellungen und Public Viewings, Dorfhochschule und Apfelfest – alles bleibt weiterhin dort möglich. Ermöglicht habe das, so Austmann, die Ideenwerkstatt Dorfzukunft, die als Mieterin des Gemeindehauses eingesprungen sei, eine monatliche Miete an die UG zahle und das Gemeindehaus allen interessierten Organisationen aus den Dörfern zur Verfügung stelle.

Wichtig für die Gemeinde: Solange die Bauarbeiten an der benbachbarten Kirche und am neuen Gemeindehaus noch nicht abgeschlossen sind, können die bisherigen Gemeindehausräume weiter genutzt werden. Dort werden, so Kirchenvorstandsmitglied Astrid Werner, zunächst auch die Gottesdienste stattfinden. Für einige Termine wie die Konfirmation wird die Gemeinde in der Kirche in Hachmühlen zu Gast sein.



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