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Nach Nötzels Rückzug: Wie geht es für die SPD weiter?

BAD MÜNDER. SPD-Fraktion und Mehrheitsgruppe im Rat sind ohne Vorsitzenden: Uwe Nötzel hatte am Dienstag sein Amt niedergelegt (wir berichteten). Wie geht es jetzt für die SPD und den Rat weiter? Und wie sieht Nötzel die Zukunft der Politik in Bad Münder?

Uwe Nötzel hat seinen Rücktritt erklärt.
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Die Entscheidung, die ausschließlich gesundheitliche Gründe habe, wie Nötzel betont, „ist mir nicht leicht gefallen. Ich hätte gerne weitergemacht, wenn es ginge“. Doch die Arbeit als Fraktions- und Gruppenvorsitzender gehe weit über die reine Tätigkeit hinaus. Die acht Jahre, die er im Rat der Stadt gesessen habe, seien „superspannende Jahre“ gewesen, und auch „alles in allem gute Jahre für Bad Münder“, so Nötzel. „Es war nicht immer eine ganz einfache Zeit, aber ich habe es trotzdem gerne gemacht. Und wir haben gut was draus gemacht, ich bin nicht unzufrieden.“

Bad Münder sei stabil – und auf dieser Basis könne gut weitergearbeitet werden, ist er sich sicher. Von der Koalitionsvereinbarung ist er überzeugt – „die finde ich nach wie vor gut“ – und auch hinter dem Bürgermeister steht der 62-Jährige: „Ich halte es für richtig, wenn Hartmut Büttner weiterhin die Geschicke der Stadt regelt.“ Den Bürgermeisterwahlkampf hätte er gerne noch mit begleitet, aber das sei nicht möglich.

Was seine Nachfolge angeht, hat Nötzel „volles Vertrauen in die handelnden Personen“. „Ich bin mir sicher, dass eine ausgezeichnete Lösung gefunden wird.“

Diese Lösung obliegt nun zunächst dem SPD-Ortsverein Bad-Münder-Deister-Süntel. „Die Partei hat ein Vorschlagsrecht“, erklärt der Ortsvereins-Vorsitzende Wilfried Hartmann. Dazu werde eine Sondersitzung einberufen; das Verfahren laufe intern bereits. „Wir streben eine saubere, kurzfristige Lösung an, um die gute Arbeit fortführen zu können“, teilt er mit. „Wir wollen unsere bürgernahe Politik weiterführen.“

Persönlich bedauert Hartmann den Rückzug Nötzels, mit dem er nach eigener Aussage bereits seit der Kindheit befreundet ist. „Es tut mir sehr weh, ihn gehen zu sehen, das ist ein großer Verlust. Aber die Gesundheit geht natürlich vor und ich wünsche ihm alles Gute“, so Hartmann. Nötzel habe einen „tollen Einsatz“ gezeigt und habe „diesen verantwortungsvollen Posten toll im Griff“ gehabt.

Nötzel hatte zwei Posten inne: den SPD-Fraktionsvorsitz und den Vorsitz der Mehrheitsgruppe im Rat, bestehend aus SPD, Grünen und Piraten. Die Fraktion führen nun vorerst kommissarisch Nötzels Stellvertreter, Swen Fischer und Karl-Wilhelm Baule, und holen sich zudem noch Fraktionsmitglied Susanne Bubat-Hahn mit ins Boot. „Es funktioniert gut, weil wir harmonisch zusammenarbeiten“, sagt Fischer. Den Rückzug Nötzels „bedauern wir natürlich alle sehr“, fügt er hinzu. „Er hatte sich sehr, sehr gut in die Aufgaben eingearbeitet.“

Apropos Gruppe: Deren Stellvertreter, Dr. Helmut Burdorf von den Grünen, wird hier kommissarisch den Vorsitz übernehmen. Nötzel sei in der Koalition „eine tragende Figur“ gewesen, der „Wege geebnet hat, die vorher nicht so eingeübt waren“. „Wir sind intern gut miteinander ausgekommen.“

„Ein großer Verlust für das Gemeinwesen“ – so empfindet auch Bürgermeister Hartmut Büttner Nötzels Entscheidung, die aber natürlich zu respektieren sei. „Wir hatten ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis in der politischen Funktion wie auch privat. Ich wünsche ihm alles Gute.“



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