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Nach dem Feuer: Polizei holt Landeskriminalamt ins Boot

BAD MÜNDER. Die Polizei will zur Ermittlung der Ursache für den Brand in einem Mehrfamilienhaus an der B 442 Experten des Landeskriminalamtes hinzuziehen. In der kommenden Woche sollen die Untersuchungen fortgesetzt werden. Das Gebäude war am Mittwoch – fünf Tage nach einer Drogenrazzia – in Flammen aufgegangen.

Bis spät in den Abend suchen Feuerwehrleute im Dachstuhl nach Glutnestern. Fotos: Klose
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

2014 ein Polizeieinsatz, bei dem eine der größten Cannabis-Plantagen landesweit hochgenommen wurde. Am vergangenen Freitag ein spektakulärer Polizeieinsatz mit Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos, bei dem Drogen und Hehlerware gefunden wurden. Und am Mittwoch ein Band im selben Haus, der mehr als 100 Feuerwehrleute über Stunden fordert – kein Wunder, dass bereits an der Einsatzstelle über mögliche Zusammenhänge gerätselt wurde. Doch auf die, das betonte gestern die Leiterin des Kriminalermitlungsdienstes in Bad Münder, Monika Thiedau, gibt es nach ersten Ermittlungen der Polizei keine Hinweise.

Die Mitarbeiter des münderschen Kommissariats übergaben die Ermittlungen gestern Morgen an die Experten des Fachkommissariats 1 der Polizeiinspektion – zuständig ebenso für Straftaten gegen das Leben und Todesursachenermittlungen wie für die Brandursachenermittlung. Ein Mitarbeiter verschaffte sich gestern einen Überblick im Haus, für eine Bewertung sei es aber noch zu früh, machte gestern der Fachkommissariatsleiter Axel Brünger auf NDZ-Nachfrage deutlich. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt und wird in der kommenden Woche die Untersuchungen fortsetzen – dann mit Unterstützung des Landeskriminalamtes. Brünger hat die Brandursachenkommission des LKA um Unterstützung gebeten, voraussichtlich werden auch Sachverständige die Suche begleiten. „Wenn ein Haus nahezu komplett in Flammen steht, dann haben wir dazu viele Fragen“, sagt Brünger und hofft auf entsprechende Antworten.

Die Polizei betrachtet die Brandursachenermittlung nach Auskunft des Ersten Polizeihauptkommissars losgelöst von den Vorgängen, die in der vergangenen Woche zu der Razzia in dem Gebäude führten.

Sieben Stunden dauert der Einsatz bei eisigen Temperaturen an – das DRK richtet eine Verpflegungsstelle ein.
  • Sieben Stunden dauert der Einsatz bei eisigen Temperaturen an – das DRK richtet eine Verpflegungsstelle ein.
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Vom Hof aus zeigt sich das Ausmaß des Schadens am Gebäude.
  • Vom Hof aus zeigt sich das Ausmaß des Schadens am Gebäude.

Das Feuer in dem Mehrfamilienhaus direkt an der Bundesstraße 442 war am Mittwoch kurz nach 14 Uhr gemeldet worden. „Als wir eingetroffen sind, waren zum Glück schon alle Bewohner in Sicherheit. Wir hätten aus dem zweiten Obergeschoss auch niemanden mehr herausholen können, so weit hatte sich der Brand bereits entwickelt“, sagt Stadtbrandmeister Carsten Koch. Als „Vollbrand“ wird so ein Feuer von der Feuerwehr eingestuft, weitere Einsatzkräfte und insbesondere Trupps unter Atemschutz wurden nachgefordert. Weil ein Innenangriff unmöglich war, konzentrierte sich die Feuerwehr auf die Brandbekämpfung von außen. Dazu wurden die Drehleitern aus Bad Münder und Springe in Stellung gebracht. Später am Abend wurde auch noch die Drehleiter der Feuerwehr Hameln nachgefordert – sie verfügt über einen knickbaren Mast, mit dem auch die Rückseite des Gebäudes erreicht werden konnte.

Erst gegen 21.30 Uhr war der Einsatz für die meisten Feuerwehren beendet und die B 442 konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden. 107 Einsatzkräfte waren allein auf der Seite der Feuerwehr mit dem Feuer beschäftigt, die DRK-Bereitschaft sorgte dafür, dass sich die eingesetzten Feuerwehrleute bei eisigen Minustemperaturen aufwärmen und erholen konnten.

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