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„Mord verjährt nicht“ – fünf Jahre nach dem Tod von Uwe H.

BAD MÜNDER. Fünf Jahre liegt der Mord an Uwe H. zurück. Am 14. August 2013 formierte Axel Brünger die Mordkommission „Gasse“, benannt nach dem Ort, an dem der leblose Uwe H. am Abend zuvor gefunden wurde. Der Polizei gelang es bislang nicht, den Täter zu fassen – aufgegeben haben die Ermittler den Fall aber nicht.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

„Mord verjährt nicht“, stellt der Erste Kriminalhauptkommissar Brünger unmissverständlich fest. Und so nehmen sich Ermittler aus Brüngers Team beim 1. Fachkommissariat der Polizeiinspektion den Fall regelmäßig vor. „Wie bei anderen ungeklärten Fällen wird auch dieser periodisch angefasst. Aktuell gibt es aber keine neuen Ansätze oder Spuren“, sagt der Chef der Mordermittler auf NDZ-Nachfrage.

Brünger hat dabei im Blick, was auch in vergleichbaren Fällen bereits für Aufsehen und schließlich auch zur Überführung von Tätern führte. Polizisten gelingt es bei diesen sogenannten „Cold cases“ dank neuer Techniken immer wieder, alte Fälle zu lösen. Dabei spielt den Ermittlern in die Karten, dass die Untersuchungsmethoden für sichergestellte Spuren stetig weiterentwickelt werden und somit auch Jahre nach einem Mord Täter überführt werden können.

Die Spurensicherung gestaltete sich am Abend des 13. August 2013 für die Ermittler sehr schwierig, weil der Mord zunächst nicht als Mord erkannt wurde. Der dreifache Familienvater Uwe H. war gegen 20.20 Uhr von einem Spaziergänger tot an einem Fußweg an der Stadtmauer zwischen Langer Straße und Friedrich-Ebert-Allee entdeckt worden. Erste Rettungsversuche der alarmierten Kräfte und ein kräftiger Regenschauer erschwerten die Spurensicherung. Als sich der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen erhärtete und als Todesursache eine „massive Gewalteinwirkung gegen Hals und Kopf“ feststand, lief die Ermittlungsmaschinerie an: Die letzten Stunden des Getöteten wurden so genau wie möglich rekonstruiert, eine 25-köpfige Mordkommission zeichnete seine Wege nach. Ein Verdacht, dem die Ermittler dabei nachgingen: Uwe H. könnte einem Raubmord zum Opfer gefallen sein – weil er eine größere Summe Bargeld bei sich getragen haben könnte. Sicher ist das bis heute nicht, aber: H. hatte zuvor sein Haus in Bakede verkauft, aus seinem Anteil des Verkaufs könnte er eine vier- bis fünfstellige Summe Bargeld in der Tasche gehabt haben. Er verkehrte in münderschen Lokalen, zahlte sein Getränk auch gerne einmal mit einem großen Schein. Möglich, dass dieser Umstand einen anderen Gast auf die Idee gebracht hat, den Familienvater zu ermorden und ihm sein Geld abzunehmen.

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In den Blickpunkt der Ermittler gerieten in der Folge zwei Männer: Ein 46-Jähriger, der in der Nacht nach dem Mord von Zeugen gesehen wurde, wie er auf einem Fahrrad mit einem Müllsack oder einer Tasche unterwegs war. Ein anderer Münderaner, 40 Jahre alt, gestand kurze Zeit später in einer Kneipe unter Tränen: „Ich war das mit dem Uwe.“ Wieder nüchtern, bestritt der Mann, mit dem gewaltsamen Tod des dreifachen Vaters zu tun zu haben. Er wurde, wie der 46-Jährige, wieder auf freien Fuß gesetzt.

Um Spuren zu finden, wurde der gesamte Hausmüll der Innenstadt auf einem abgesperrten Areal von Bereitschaftspolizisten durchsucht. Altkleidercontainer wurden kontrolliert, auch öffentliche Mülltonnen. Polizisten gingen von Haus zu Haus, befragten Anwohner – alles ohne den entscheidenden Hinweis auf den Täter.

Die Hoffnung, irgendwann doch noch den Mörder von Uwe H. überführen zu können, hat Moko-Leiter Brünger noch immer. Er verweist auf die Fälle, in denen erst nach Jahren der entscheidende Hinweis gefunden wurde, der zur Überführung des Täters benötigt war. „Es gibt Fälle, in denen man einen Verdächtigen hat, die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung vor Gericht aber gering ist“, sagt er. In solchen Fällen sei die Zeit ein nicht unwichtiger Faktor. Der erfahrene Ermittler weiß: „Man muss manchmal einfach Geduld haben.“

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