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Mit gesundem Menschenverstand: Das Schiedsamt ist ein besonderes Ehrenamt

BAD MÜNDER. Wenn zwei sich streiten – ist es gut, wenn ein Dritter eine Verständigung auf eine gütliche Einigung herbeiführen kann. Eine Aufgabe, die künftig auf Patricia Fredrich zukommt. Die Bakederin ist zur neuen Schiedsperson in Bad Münder gewählt worden, Katharina Keilholz aus der Kernstadt zu ihrer Stellvertreterin.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Zwei Frauen lösen damit zwei Männer im Schiedsamt ab, 2017 war das besondere Ehrenamt zuletzt neu besetzt worden: Frank Reichwald und als Stellvertreter Klaus-Peter Schröder wurden vom Direktor des Amtsgerichts Hameln verpflichtet, nachdem zunächst die Ortsräte und später auch der Stadtrat sie gewählt hatten. Zuvor hatten Monica Gräfin Adelmann und Volker Nagel das Amt viele Jahre ausgeübt.

Vom Rat gewählt, vom Amtsgerichtsdirektor verpflichtet

Ein ähnliches Prozedere ging nun der Wahl von Fredrich und Keilholz voraus: Im Auswahlverfahren wurden die beiden Frauen, die ihre Bereitschaft zur Übernahme des Amtes wie zwei weitere Bewerber zuvor erklärt hatten, nach einer Vorstellungsrunde von Vertretern der Ratsfraktionen und einem Mitglied des Bundes Deutscher Schiedspersonen vorgeschlagen. Ortsräte und Stadträte bestätigten die Auswahl, die Ende August durch die förmliche Verpflichtung durch den Amtsgerichtsdirektor besiegelt wird.

Für Fredrich ist die Entscheidung zur Annahme des besonderen Amtes Ehrensache – schon in ihrer Schulzeit habe sie sich als Streitschlichterin eingesetzt. Sie wisse um die Bedeutung der Mediation, darum, wie wichtig es sei, in einem Konfliktfall auch die andere Perspektive einzunehmen, die Sicht der anderen Seite zu hören.

Einsatz für den Rechtsfrieden in der Kommune

Der im vergangenen Jahr verabschiedete Direktor des Hamelner Amtsgerichts, Dr. Herbert Seutemann, hatte bei Besuchen in Bad Münder mehrfach darauf hingewiesen, was aus seiner Sicht eine gute Schiedsperson auszeichne: Gesunder Menschenverstand, der Einsatz für den Rechtsfrieden in der Kommune, die Entlastung der Gerichte, gerade im Bereich der Nachbarschaftsstreitigkeiten. „Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Die wichtigste Aufgabe und Pflicht ist es, neutral zu bleiben und auch emotional ein wenig Abstand zu halten“, so der Richter.

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