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Männer-Kosmetik – zu exotisch für Bad Münder?

BAD MÜNDER. Kosmetikbehandlung, Maniküre und Cremes werden zunehmend auch von Männern wahrgenommen. Inzwischen gibt es sogar den Tag der männlichen Körperpflege, der am 3. Februar stattfindet. Doch wie stehen die männlichen Münderaner zu kosmetischen Behandlungen oder einer professionellen Fußpflege?

Immer mehr Männer greifen zu Gesichtscremes. Foto: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Der Tag der männlichen Körperpflege, der 2007 in den USA entstand, soll auf die Bedeutung von Kosmetikprodukten in der männlichen Körperpflege hinweisen. Dabei geht es nicht nur ums Zähneputzen und Duschen, sondern auch um die Reinigung von Haut, Haaren, Bart, Finger- und Fußnägeln.

Wie lange die männlichen Einwohner von Bad Münder am Morgen vor dem Spiegel im Badezimmer verbringen, ist natürlich nicht bekannt. In den Kosmetiksalons in der Stadt sind sie allerdings eher die seltenere Kundschaft.

„Zum Großteil kommen Frauen zu uns“, sagt etwa eine Mitarbeiterin des Kosmetik- und Friseur-Studios Nina. Männer seien hingegen eher selten, lediglich ältere kämen zur Pediküre. „Das ist in Bad Münder wahrscheinlich zu exotisch.“

Ähnlicher Meinung ist auch Manuela Sahling vom gleichnamigen Kosmetik- und Fußpflegestudio. „Auf dem Land ist es anders“, meint sie. Zu ihr kommen zur kosmetischen Fußpflege auch eher weniger Männer, zur medizinischen Fußpflege sind es hingegen bereits mehr.

Walburga Kuß von „Wallis Beauty 4 You“ weiß von Kolleginnen aus größeren Städten, dass dort mehr Männer Behandlungen in Anspruch nehmen. „Hier gibt es das auch, es ist aber eher die Minderheit. Das ist wahrscheinlich dem Dörflichen geschuldet.“ Die Männer, die zu ihr kommen, nähmen allerdings fast dieselbe kosmetische Behandlung wie Frauen in Anspruch.

Vor allem die gehobenere Schicht sei es in Großstädten, die etwa zur Maniküre komme, sagt eine Mitarbeiterin des Nagelstudios Future Nails. Ab und an kämen auch hier Männer vorbei, „meist aber eher aus besonderen Anlässen wie etwa einer Hochzeit.“

Ob ein Tag der männlichen Körperpflege tatsächlich jemanden dazu bewegt, sich ausgerechnet an diesem Datum mehr mit dem Thema zu beschäftigen, sei einmal dahin gestellt. Tage gibt es heutzutage übrigens für nahezu alles. Darunter finden sich neben nachvollziehbaren wie dem Tag des Buches oder dem Tag des Ehrenamtes auch eher fragwürdige wie der Tag des Croissants oder der Tag der Tiefkühlkost. Am Freitag, 2. Februar, wurde übrigens der Tag des arbeitslosen Duftbaums gefeiert – gewidmet allen Bäumchen, die irgendwo herumhängen, obwohl sie ihre Funktion längst nicht mehr erfüllen.

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