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Hoffen auf anhaltende Sonnentage: Nach dem Raps kommt der Weizen vor den Mähdrescher

Landwirte stehen in den Startlöchern

Bad Münder (jhr). Warten auf Sonne: Den münderschen Landwirten hat das andauernde Regenwetter der vergangenen Tage einen Strich durch die bisherige Rechnung gemacht. Für die nun anstehende Raps- und Weizenernte werden dringend Sonnentage benötigt, damit die Erntefahrten nicht weiter ins Stocken kommen.

Hauptsache trocken: Die heimischen Landwirte ernten die letzten Rapsfelder ab.

„Wir hoffen, dass der Sommer mal wieder zurückkommt. Ein paar sonnige Tage brauchen wir für den Weizen schon noch“, erklärt Rainer Klockemann, Bezirkslandwirt aus Nettelrede. Wie auch seine Kollegen zwischen Deister und Süntel rechnet Klockemann damit, die meiste Zeit der nächsten zwei Wochen im Fahrstand des Mähdreschers zu verbringen.

Zunächst wird jedoch der Raps gedroschen. Für den wäre auch noch etwas Sonne wünschenswert, geerntet wird er aber auch bei bedecktem Himmel. „Wir haben gerade damit wieder angefangen, nachdem am Freitagabend der Regen eine Zwangspause verordnet hat“, erklärt Klockemann gestern. Fest im Blick haben die Landwirte dabei den Feuchtigkeitsgehalt. Raps beispielsweise kann bei einer Feuchtigkeit von neun Prozent gut geerntet werden. Ab zwölf Prozent ist er zwar dreschbar – die restlichen drei Prozent Feuchtigkeit müssen jedoch entzogen werden, was wiederum die Produktionskosten erhöhe. „Bei den heutigen Energiepreisen kann sich jeder ausmalen, was das bedeutet.“

Die Erträge der Rapsernte fallen im Deister-Sünteltal in diesem Jahr sehr unterschiedlich aus. „Auf den guten Böden sind sie normal, aber dort, wo der Boden schlechter wird, brechen die Erträge total zusammen“, so der Bezirkslandwirt. Wo im Mai und Juni Trockenschäden waren, sei der Raps beim Regen im Juli wieder ausgeschlagen. „Da ist es jetzt richtig grün“, weiß er. Bevorzugt angebaut wird Raps im Bereich der höheren Lagen am Deisterhang – auf den Flächen, die sich nicht für Mais oder Rüben eignen.

Nach dem Raps steht voraussichtlich ab Mittwoch oder Donnerstag bei den meisten Landwirten die Weizenernte an. „Und der Weizen, der braucht wirklich noch Sonne“, sagt Klockemann. Noch sei zwar kein Schlag gedroschen worden, doch seine Kollegen rechnen mit guten Qualitäten. Es ist ein schweres Korn zu erwarten, „aber wenn es Regen gibt, gehen die Fallzahlen schnell runter“, betont der Landwirt.

Der Gerste, die früh den Acker geräumt hat, folgt nach einer Ruhepause voraussichtlich ab dem 15. August wieder Raps nach. Warum schon jetzt? „Der wächst ja fast ein Jahr.“

Optimistisch sieht Klockemann der Rübenernte entgegen. „Die Rüben sind in diesem Jahr schon früh reingekommen, schon Ende März – hatten also schon drei Wochen Vorsprung gegenüber anderen Jahren. Als im Mai und Juni die Trockenheit kam, hatten sie bereits ein ordentliches Blattwerk entwickelt, sodass der Boden nicht so ausgetrocknet wurde“, sagt der Bezirkslandwirt. Ebenfalls positiv: Die Sonneneinstrahlung habe dafür gesorgt, dass die Rüben viel Zucker anlegen konnten.



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