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Lärmaktionsplan: Wie laut ist es in Bad Münder?

BAD MÜNDER. Die ruhige Kurstadt im Grünen mit hohem Erholungswert – so stellt sich Bad Münder nach außen dar. Aber entspricht das der Realität? Eine Antwort auf diese Frage soll nun ein Lärmaktionsplan geben, den die Stadt dieses Jahr erstellen muss. Sie setzt damit Vorgaben des Landes und der EU um.

Die Erneuerung von Fahrbahndecken kann ein Ergebnis des Lärmaktionsplans sein, den die Stadt jetzt aufstellen muss. foto: archiv/Rathmann
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

„Es gibt dazu einen Erlass vom Umweltministerium sowie die EU-Umgebungslärmrichtlinie. Da müssen alle Städte und Gemeinden reagieren, die an Hauptverkehrsstraßen oder Flughäfen liegen“, sagt Anika John, die das Projekt bei der Stadt betreut.

Im April 2018 hatte die Zentrale Unterstützungsstelle Lärm im Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim bereits eine erste Statistik für Bad Münder vorgelegt. Demnach müssen für den neuen Aktionsplan innerhalb des Stadtgebiets 17,8 Kilometer Hauptverkehrsstraßen kartiert werden. Dazu zählen auch die B 217/442 in Hachmühlen, die dort direkt durch bewohntes Gebiet führen – aber auch größere Kreis- und Gemeindestraßen in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen. Insgesamt, ordnet die Unterstützungsstelle an diesen Straßen jeden Tag bis zu 400 Münderaner einer der Lärmklassen von 55 bis 70 Dezibel zu. Zum Vergleich: ein Staubsauger kommt auf etwa 60 Dezibel. Den Höchstwert von 75 Dezibel und mehr erreicht in der Stadt niemand. In der niedrigsten Kategorie bis 65 Dezibel verorten die Statistiker außerdem zwei Schulgebäude und ein Krankenhaus.

Auf Basis dieser ersten Werte muss Bad Münder nun tätig werden: „Das muss dieses Jahr dringend passieren“, mahnt John mit Blick auf die Vorgaben von Land und EU. Im Haushalt der Stadt, der momentan von der Politik beraten wird, stehen schon mal 10 000 Euro für den Lärmaktionsplan zur Verfügung.

In dem soll es, das sagt schon der Name, nicht nur um Lärm, sondern auch um Aktion gehen: „Das können ganz unterschiedliche Maßnahmen sein“, sagt John – je nach Ort und Ausmaß des Lärms. Beispielsweise könnte es Auswirkungen auf künftige Baugebiete geben – etwa, was Abstand oder Lärmschutzwände angeht. Bei Straßen seien neue Fahrbahnoberflächen denkbar, um Autolärm zu reduzieren.

Aber all das steht im Detail erst fest, wenn der neue Plan fertig ist: Und dann weiß die Stadt auch, ob und welche Zusatzkosten auf sie zukommen, erklärt John: „Es kommt ganz darauf an: Wenn eine Bundesstraße eine neue Oberfläche bekommen muss, zahlt das der Bund als Träger und nicht die Stadt“, sagt John.

Nicht erfasst werde vom Plan der Bereich der Bahnstrecke in Bad Münder, sagt John – dafür gibt es eine eigene Planung vom Bund. „Hier ist es mal ein Vorteil, dass die Strecke etwas außerhalb liegt“, sagt Bürgermeister Hartmut Büttner.

Eine wichtige Rolle bei der Erstellung des Lärmschutzaktionsplans sollen Hinweise der Bürger spielen, sagt Anika John von der Stadt: „Der Plan soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt werden.“ Details zu den Möglichkeiten, sich einzubringen, will die Stadt später veröffentlichen.

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie, auf der der Plan basiert, ist schon seit Juli 2002 in Kraft. Grundsätzliches Ziel ist „die Gewährleistung eines hohen Gesundheits- und Umweltschutzniveaus“ als „Teil der Gemeinschaftspolitik, wobei eines der Ziele im Lärmschutz besteht“. Über die Karten soll die Öffentlichkeit mehr über Umgebungslärm erfahren. Dieser soll, soweit möglich, verringert oder verhindert werden.



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