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Kultusminister besucht Grundschule Bad Münder

BAD MÜNDER. Wie bringt man einen Kultusminister dazu, das Winterkonzert einer Grundschule zu besuchen? Die Grundschule Bad Münder machte es gestern vor – allerdings mit Unterstützung. Im vergangenen Jahr hatte die Schule einen Hauptpreis im bundesweiten Wettbewerb „Musik gewinnt“ nach Bad Münder geholt.

Trommeln und Singen im „Streit der Zahlen“ der Klasse 1a. Fotos: Rathmann
Jens

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Das hatte Minister Grant Hendrik Tonne neugierig gemacht.

Er hatte der Schule, die in seinen Zuständigkeitsbereich fällt, in einem Brief gratuliert. Und diese Reaktion wiederum kam bei Schulleiter Christoph Schieb („Das ist ganz bestimmt nicht selbstverständlich“) und seinem Kollegium so gut an, dass sie den Kultusminister zu einem Besuch einluden. Gerne zu einem Konzert. Am besten zum Winterkonzert.

Das fand gestern in der Schulturnhalle statt, und pünktlich zum Konzertbeginn war der Ministerplatz auch tatsächlich besetzt. Und nicht nur der: In der Reihe der Ehrengäste nahmen auch Joachim Philippen als Vertreter der Landesschulbehörde, die beiden Landtagsabgeordneten Petra Joumaah und Ulrich Watermann sowie Bürgermeister Hartmut Büttner Platz. Ein ungewöhnlich prominent besetztes Publikum, was die Nervosität der Akteure aber nur unwesentlich steigerte. Und Akteure – das waren alle Schüler der Schule und auch einige Lehrkräfte und Mitarbeiter.

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Christoph Schieb moderierte den Vormittag an, dann übergab er die Leitung an die beiden Lehrer, die an der Grundschule für den guten Ton sorgen: Matthias Brodtmann und Katharina Schwabe. Nach Tanz und Liedern, Instrumenten und Rhythmus als Leitmotive der vergangenen vier Konzerte stand zum fünften Winterkonzert Plastik im Mittelpunkt. Becher, Rohre und Bänder wurden als Instrumente und zur Geräuscherzeugung eingebaut. Chor und Orchester-AG legten vor, Lieder wie „Musik den ganzen Tag“ und „Ich bin ein kleiner Schneemann“ wurden ebenso gefeiert wie der Auftritt der Klassen 3b und 3d, die sich den aktuellen Charts-Hit „Je ne parle pas francais“ von Namika vorgenommen hatten und dazu eine gefühlvolle Beziehungsgeschichte und unterschiedliche Sprachen in den Mittelpunkt rückten.

In den Mittelpunkt des Programms zogen die Schüler Selin und Paul dann auch den Minister. Sie baten Tonne zum Kurzinterview – statt einem sonst üblichen Grußwort plauderte er mit ihnen über seine Motivation, die mündersche Schule zu besuchen, über seinen eigenen Musikunterricht und musikalische Erfahrungen („Ich habe als Jugendlicher etliche Jahre Orgel gespielt“) und über die Musik, die ihn im Büro und auch auf Dienstreisen im Auto begleitet. Fragen wie „Was macht eigentlich ein Minister?“ wurden beantwortet und auch deutlich gesagt, was keinen Spaß macht: „Ganz ehrlich? Manchmal hätte ich gerne so lange Ferien wie ihr“, vertraute er seinen Interviewpartnern an.

Nach rund 90 Minuten Programm klang das Konzert mit dem Schullied aus – und das klatschten dann sogar der Minister und die Ehrengäste mit.



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