×

Klärschlamm im Schleudergang: Wie eine Investition auf lange Sicht die Entsorgungskosten senken soll

BAD MÜNDER Mit der Anschaffung einer neuen Zentrifuge zur Klärschlammentwässerung hat die Abwasserentsorgungs-GmbH Bad Münder (AGM) in die technologische Erneuerung auf der Kläranlage am Osterberg investiert und reduziert damit nach eigenen Angaben auf lange Sicht die Entsorgungskosten. Was genau steckt dahinter?

Anzeige

In der Trommel wirken unvorstellbare Kräfte. Man sieht es nicht, aber man hört es. Laut ist es in der Maschinenhalle, richtig laut. Ohne Gehörschutz darf Christopher Liebig dort auf gar keinen Fall werkeln. Der Veolia-Mitarbeiter ist von Beruf Elektriker und hat sich in den vergangenen Wochen intensiv damit beschäftigt, die Anlage optimal einzustellen.

Im vergangenen Jahr sind knapp 19 000 Kubikmeter Nassschlamm von den Kläranlagen am Osterberg und Eimbeckhausen entwässert worden.

Ist der Schlamm trockener, muss eine kleinere Menge entsorgt werden

„Eine Zentrifuge“, betont Alexander Peter, Gruppenleiter bei Veolia in Bad Münder, „ist für den Kläranlagenbetrieb unverzichtbar. Sie schleudert den Klärschlamm bei einer sehr hohen Drehzahl und entzieht ihm auf diese Weise möglichst viel Wasser.“ Je trockener der Schlamm am Ende dieses Prozesses sei, umso besser. Denn damit sinke die zu entsorgende Menge – somit müsse weniger Schlamm per Lkw zur Verbrennung gefahren werden.

Vom Prinzip her funktioniere die Zentrifuge wie der Schleudergang einer haushaltsüblichen Waschmaschine. Mit einem Unterschied: Hier komme keine frisch gewaschene Kleidung hinein, sondern Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung als Endprodukt anfalle. Bis zu 15 Kubikmeter Schlamm könne die neue Zentrifuge pro Stunde bewältigen. Sie bewege sich mit bis zu 4300 Umdrehungen in der Minute – und damit um einiges schneller als eine herkömmliche Wäscheschleuder.

Fast wie die Waschmaschine daheim

„Sie muss nicht rund um die Uhr mit maximaler Leistung fahren; es hängt immer davon ab, wie viel Abwasser ankommt und gereinigt wird; dementsprechend fällt mehr oder weniger Schlamm an und darauf können wir den Betrieb der Zentrifuge, die deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgängerin ist, einstellen“, erklärt Liebig. Am Ende sei der sogenannte Trockensubstanzgehalt entscheidend. Und der liege hier bei 24 Prozent – „ein richtig guter Wert“, schätzt er ein.

Die Veolia Wasser Deutschland GmbH arbeitet in Bad Münder seit vielen Jahren als Abwasserdienstleister der Stadt. Die AGM fungiert als Kooperationsgesellschaft. Die Stadt hält mit 51 Prozent die Mehrheit und hat damit die Entscheidungshoheit, auch über die Investitionen. Die übrigen 49 Prozent AGM-Anteile hält Veolia. Das Unternehmen kümmert sich um den Betrieb der Abwasseranlagen – von den Kläranlagen über das Kanalnetz bis zur Bekämpfung von Ratten.

Das könnte Sie auch interessieren...



Kontakt
Redaktion
Telefon: 05041 - 78932
E-Mail: redaktion@ndz.de
Anzeigen
Telefon: 05041 - 78910
Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
Abo-Service
Telefon: 05041 - 78921
E-Mail: vertrieb@ndz.de
Abo-Angebote: Aboshop

Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
X
Kontakt