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Kein Rezept gegen schwere Unfälle

Bad Münder. Immer wieder schwere Verkehrsunfälle auf der münderschen Umgehungsstraße – in diesem Jahr häufen sich die Kollisionen, bei denen Beteiligte schwer verletzt oder sogar getötet werden. Erst in der vergangenen Woche kam ein 54-jähriger Motorradfahrer ums Leben. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

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„Es sind nicht die typischen Ursachen, die zu den Unfällen geführt haben. Jeder Unfall hat seinen eigenen Charakter, unterscheidet sich von den anderen“, sagt Eckard Wiegand-Behmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Bad Münder. Überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand hat Innenminister Boris Pistorius als Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle in Niedersachsen ausgemacht, doch gerade diese Unfallursachen spielten bei den Unfällen auf der B 442 bei Bad Münder in diesem Jahr bislang keine Rolle.

Nachdem es bereits im Januar zu zwei Unfällen mit Verletzten zwischen Nettelrede und der Kreuzung Deisterallee gekommen war, fuhr im März ein 77-Jähriger bei Rotlicht in die Kreuzung ein und kollidierte mit seinem Mercedes mit einem anderen Fahrzeug. Drei Beteiligte wurden verletzt – der Verursacher so schwer, dass ein Rettungshubschrauber angefordert wurde. Im Februar stießen auf der L 421 zwei Fahrzeuge frontal zusammen, ein Fahrer wurde schwer, ein anderer sogar lebensbedrohlich verletzt.

Ende März mussten sogar zwei Rettungshubschrauber an der Kreuzung „Vor dem Oberntore“ landen, nachdem eine 74-Jährige mit ihrem Mercedes ohne zu bremsen in die Seite eines VW Sharan geprallt war. Die Fahrerin und ihre drei Kinder, die ebenfalls im Auto gesessen hatten, wurden in die MHH gebracht.

Im Juni forderte ein Unfall auf der Friedhofskreuzung zwei Schwerverletzte, nachdem eine Fahrerin nach einem Ampelausfall in die Kreuzung eingefahren war und mit dem Auto einer anderen Frau kollidierte. Am vergangenen Freitag starb ein Motorradfahrer auf Höhe der Kreuzung Bahnhofstraße, nachdem er mit dem Peugeot einer Münderanerin kollidiert war, die ihm die Vorfahrt genommen hatte.

„Die Unfälle passen nicht in den typischen Rahmen. Und die Beteiligten gehören auch nicht zu der Klientel, dass uns üblicherweise Probleme bereitet“, sagt Wiegand-Behmann. Gegen Raser oder Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss könne mit polizeilichen Mitteln vorgegangen werden, durch bauliche Maßnahmen könnten Unfallschwerpunkte entschärft werden – doch die Unfälle seien eben nicht auf diese Ursachen zurückzuführen. Lediglich bei der Kreuzung der Bahnhofstraße und der B 442 müsse geprüft werden, ob nicht durch einen Rückschnitt des Straßengrüns die Sicht noch verbessert werden könnte.

Festhalten will die Polizei dennoch an präventiven Konzepten wie der Beteiligung an großen Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen – die nächste steht schon im kommenden Monat an.jhr

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