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Joumaah: Mahnung an Internet-Käufer

BAD MÜNDER. Medikamente im Internet bestellen? Für Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah eine „gefährliche Kiste“. Die Apotheker vor Ort lieferten nicht nur ins Haus, sondern leisteten zudem wichtige Beratungs- und Sozialarbeit, so Joumaah beim Neujahrsempfang des Ortsrat.

Gastgeberin Petra Joumaah (M.) freute sich über Beispiele aktives Ehrenamts und gelungener Integration. FOTOS: HUPPERT

Autor

Christoph Huppert Reporter

Erneut monierte die Ortsbürgermeisterin auch das „oft falsche Einkaufsverhalten“ der Bürger, die durch Online-Shopping den lokalen Einzelhandel in Schwierigkeiten brächten. Lobenswert sei deshalb etwa die Initiative der Händler von „Einkaufen in Bad Münder“, Bürgerbusbenutzern ab einem Einkauf von 20 Euro den Fahrpreis zu erstatten.

Klare Worte fand Joumaah auch zu den wiederholten Fällen von Vandalismus vor der Kurmuschel. „Diese Menschen zerstören das, was andere durch freiwillige Arbeit geschaffen haben“, beklagt Joumaah. Bürger sollten dort aufmerksam sein und verdächtige Beobachtungen melden.

Joumaah nutzte den Abend aber vor allem, um das Engagement der Gäste zu würdigen – und aller, die ihre Zeit in die Stadt investieren: „Wer erfolgreiche Ehrenamtsarbeit und gelingende Integration kennenlernen will, der muss zu uns nach Bad Münder kommen.“ Keine Frage also, dass der Neujahrsempfang ganz im Zeichen dieser beiden Schwerpunktthemen stand. Der Empfang ging in der berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte am Deisterhang in seine zwölfte Runde, und erfreute sich mehr Resonanz denn je: Alles, was im politischen, kirchlichen, kulturellen und sozialen Leben in Bad Münder Rang und Namen hat, war gekommen, um Joumaahs erneut länger als einstündigem Dank und Lob der ehrenamtlichen Arbeit zu lauschen. Sie war mit spürbarem Engagement, Herzblut und persönlicher Note bemüht, alle Vereine, Verbände und Organisationen zu erwähnen. „Ich tue was für meine Stadt“ das sei das Motto der vielen Menschen im Freiwilligendienst, und gerade das mache Bad Münder lebenswert.

„Vielfalt ist unsere Stärke“, so Joumaah, die die konstruktive Unterstützung durch die Stadt würdigte. „Wir arbeiten Hand in Hand“, bestätigte dann auch Stadtbürgermeister Hartmut Büttner in seinem Grußwort, und versprach, dass die Stadt auch weiterhin „ein verlässlicher Partner fürs Ehrenamt“ sein werde. Für Büttner liegt das Erfolgsrezept vor allem in der Überschaubarkeit der Kommune. „In der Kernstadt leben etwa 7800 Menschen und wir haben über 70 Vereine. Das führt die Menschen zueinander, wir nehmen uns gegenseitig wahr. Da ist in ganz vielen Bereichen ganz viel Knowhow vorhanden.“

Auch Joumaah verortet die Gründe für die überdurchschnittlich erfolgreiche Ehrenamtsarbeit in der Mentalität der Münderaner. „Die Menschen sind hier sehr offen und engagiert. Die Stadt fördert das, was leider nicht überall so ist. Und bei der Integration liegt es auch an den Menschen, die hierhergekommen sind. Das ist eine wahre Freude zu sehen, wie die sich hier einleben und entwickeln.“

Wie etwa der aus Syrien nach Bad Münder gekommene Arzt Dr. Ammar al Kasem: Der junge Mediziner mit seiner Frau, einer Augenärztin, arbeitet momentan als Altenpfleger in Hameln und hat in kürzester Zeit die deutsche Sprache gelernt. Um wieder in der Chirurgie arbeiten zu können, wartet er noch auf seine Fachsprachen-Prüfung. „Wenn ich die habe, bekomme ich eine Berufserlaubnis“, so der 31-Jährige voller Zuversicht. „Eine schöne kleine Stadt, viele Freunde und Kollegen, nette deutsche Leute, die mir viel geholfen haben“, bedankte sich der Neubürger.

Auch die Kultur braucht sich nicht zu verstecken, was Jugendmusikschulleiter Lei Zhang am Klavier, Maria Amberg mit einigen Arien und die hochschwangere Annarita Hitaj, die Anfang März ein Mädchen erwartet, mit einem mitreißenden Klaviersolo glänzend unter Beweis stellten.



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