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Wirtschaftsvereinigung uneinig über künftige Strukturen / Keine neue Anlaufstelle in der Innenstadt

In den Arbeitskreisen regt sich nicht mehr viel

Bad Münder (mf). Der Grundsatzstreit über die künftige Ausrichtung der Wirtschaftsvereinigung (WV) konnte in der Mitgliederversammlung nicht beigelegt werden. Die Debatte um neue Strukturen wurde vertagt.

Seltene Einigkeit in einer ansonsten von aufgeheizter Atmosphäre

So bleibt es zunächst bei den sieben Arbeitskreisen – obwohl in vier von ihnen die Arbeit nur noch vor sich hindümpelt beziehungsweise völlig eingeschlafen ist. Traurig ist es etwa um den Arbeitskreis Handwerk bestellt, „Aktivitäten finden praktisch nicht mehr statt“, räumte Leiter Ewald Uhlemann ein. „Ich habe vergeblich versucht, etwas anzuleiern. Es besteht aber kein Interesse bei den Mitgliedern.“

In der Gruppe „Schule und Wirtschaft“ ist die Zahl der Teilnehmer auf fünf geschrumpft. Arbeitskreisleiter Wilfried Schwedhelm, der sein Amt „aus persönlichen Gründen“ abgeben möchte, findet keinen Nachfolger. Die Bilanz seines „Dienstleistungs“-Kollegen Swen Fischer fiel noch ernüchternder aus: „Unser Kreis besteht nicht mehr.“

Angesichts dieser Entwicklung müsse man die Ursachen hinterfragen und gegebenenfalls auch Konsequenzen ziehen, drängte Mitglied Detlev Ascher auf eine Aussprache. Peter Jakob wurde noch deutlicher: „Es macht keinen Sinn, alle Arbeitskreise künstlich am Leben zu erhalten. Wir sollten unsere Kräfte bündeln.“

Der frühere WV-Chef Peter Nehmann warnte dagegen vor einer „desaströsen Außenwirkung“. Der Verein müsse aufpassen, dass er sich nicht zur Arbeitsgemeinschaft Handel und Gewerbe zurückentwickelt. „Wir haben damals für die Wirtschaftsvereinigung gekämpft, damit sich alle Unternehmen präsentiert fühlen“, erinnerte Thomas Heiming. Und auch Vize-Vorsitzender Thomas Schröder mahnte: „Wir sollten nicht alles über Bord schmeißen.“

Am Ende dann ein Kompromiss: Binnen eines Jahres soll der Vorstand Vorschläge unterbreiten, wie entweder die Arbeitskreise belebt werden können oder sich der Verein alternativ neu organisieren kann.

Eine einjährige Bewährungsfrist wurde auch in der umstrittenen Büro-Frage vereinbart. Nach der Kündigung der alten Räume zum 30. April dieses Jahres hatte sich WV-Chefin Petra Witte für einen Verzicht auf eine solche Anlaufstelle ausgesprochen und angeboten, die Arbeit von ihrem Eimbeckhäuser Büro aus zu erledigen. Miete würde somit entfallen, die Personalkosten könnten „mindestens halbiert werden“, so Witte.

Das eigene Büro in der Innenstadt sei „nicht der Renner gewesen“, pflichtete Stellvertreter Schröder ihr bei. „Die Idee eines Ladenlokals hat sich nicht bewährt.“

Trotz vereinzelter Proteste sah die Mehrheit der Mitglieder dies genauso: Der Beschluss sieht nun vor, die Geschäfte probeweise für die Dauer von zwölf Monaten von Wittes Büro aus zu führen. Das eingesparte Geld soll in die Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen gesteckt werden.

Dass der Vorstand keinen auf diese sich bereits abzeichnende Veränderung abgestimmten Haushaltsplan vorlegen konnte und der Etatentwurf auch noch an anderer Stelle nicht auf dem neuesten Stand war, sorgte dann allerdings für einigen Unmut. Mit dem kuriosen Ergebnis, dass ausgerechnet die beiden frisch gewählten Kassenprüfer – Volksbank-Chef Stefan Markwirth und sein Sparkassenkollege Jens Hahne – dem Haushalt 2009 die Zustimmung verweigerten.



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