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„Improkokken“ zeigen Theater ganz ohne Drehbuch und Kulissen

BAD MÜNDER. Die Bühne ist leer, nur ein schwarzer Vorhang dient als Hintergrund. „Das muss so sein, denn beim Improvisationstheater braucht man keine Kulissen. Da entwickeln die Spieler ihre Figuren und die Handlung aus dem Stegreif, inspiriert von den Vorgaben der Zuschauer“, erklärt Anastasia Bost.

Die „Improkokken“ aus Hannover binden das Publikum in ihr Spiel mit ein und sorgen so für Jubel. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Sie ist seit 2011 festes Ensemblemitglied der „Improkokken“, hat in Hildesheim Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis studiert und arbeitet am Hamelner Theater in verschiedenen Projekten mit Kindern und Erwachsenen.

Die „Improkokken“ gehörten zu den ersten Schauspielern der Landeshauptstadt, die sich dieser Sonderform des Theaters verschrieben hatten. „Jede Szene bei uns ist einmalig, ist Premiere und Derniere zugleich“, stellt Andreas Büsing klar. Er ist an diesem Abend der Hahn im Korb mit seinen drei Mitspielerinnen Anastasia Bost, Mareike Schlote und Nike Andersen.

Aber auch den Zuschauern im großen Saal des IGBCE-Schulungszentrums am Deisterhang kommt eine entscheidende Rolle zu. Auf kleinen Papierzetteln haben sie etwa Sätze notiert, die im Verlauf des Spiels auf der Bühne verteilt und ab und an in das improvisierte Spiel einbezogen werden.

Als „Stimmungsmacherin“ wird zudem Besucherin Hella Grote in der ersten Reihe instruiert. Sie soll gelegentlich aufspringen und die Zuschauer mit dem Ruf „Das wollen wir sehen“ zu einer Art LaOla- Welle motivieren. Die Eimbeckhäuserin macht davon reichlichen und energischen Gebrauch.

Die einzelnen Szenen sind ebenso amüsant wie originell. Da muss Andreas Büsing schon mal vor die Tür und nach dem Hereinkommen einen gekauften Gegenstand reklamieren, den jedoch nur die Mitspieler und Zuschauer kennen. Das garantiert Lacher, denn was Büsing scheinbar schwer beladen heranschleppt, entpuppt sich am Ende als Luftballon.

Zwei Zuschauer dürfen die Akteure wie Marionetten bewegen, wobei eine unbeholfene Art von Slapstick entsteht, auch das vom Publikum lebhaft umjubelt.

Szenen aus der Arbeitswelt kommen bei den Seminarteilnehmern, die den ganzen Tag gelernt haben, besonders gut an. Mitunter wird die gleiche Szene auch in anderen Gefühlslagen mehrmals hintereinander gespielt. Auch das garantiert allerbeste Unterhaltung.

Es gibt Gesangseinlagen, in denen sich alle „Improkokken“ als sehr versiert erweisen, und vor allem Marco Benduch am Keyboard trägt durch sehr gefühlvolle und überaus passende, weil sparsam gestaltete musikalische Begleitung viel zum Erfolg des Abends bei.

Dass das Ensemble aus Hannover, das bereits im vergangenen Oktober in Bad Münder zu Gast war, die wesentlichen Themen dieser Zufallsvorstellung dann noch einmal in einer Zugabe Revue passieren lässt, ist schlicht umwerfend. Nach Improkokken, die Zweite, darf man sich hoffentlich auf die dritte Ausgabe freuen.



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