weather-image
17°

Heimische Jäger alarmiert nach ASP-Ausbruch in Belgien

BAD MÜNDER. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann ASP ausbricht“, hatte Barbara Otte-Kinast kurz nach ihrem Amtsantritt festgestellt. Noch kein Jahr ist das her, doch die Warnung der Niedersächsischen Agrarministerin aus Beber ist aktueller denn je, denn die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weiter auf dem Vormarsch.

Die heimischen Wildschweinbestände stehen derzeit unter strenger Beobachtung – die Sorge vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest wächst. Foto: Rathmann

Autor:

Jens Rathmann und Barbara Jahn

Bisher traten die jüngsten Seuchenfälle nur in Polen auf. Doch nun hat die ASP auch Belgien erfasst. Belgien und Polen, verbunden durch eine Autobahn. Die Autobahn, die auch zehn Kilometer entfernt am Deister entlang führt – ein Grund für Rainer Klockemann, Leiter des Hegerings Bad Münder, beim Thema Schweinepest ganz genau hinzusehen. „Vielen Leuten hier ist noch gar nicht bewusst, was ein Ausbruch hier bedeuten würde“, sagt Klockemann.

Einen Eindruck davon kann sich machen, wer gen Belgien schaut: Ganze Waldgebiete werden abgesperrt. „So etwas würde hier dann auch passieren. Das träfe Landwirte, die durch Absperrungen von ihren Flächen ferngehalten werden, aber auch viele andere“, sagt Klockemann. Um möglicherweise infizierte Tiere nicht aus Waldgebieten zu vertreiben und damit einer Ausbreitung Vorschub zu leisten, würde ein allgemeines Betretungsverbot greifen. Keine Freizeitaktivitäten, keine touristische Nutzung, keine Forstwirtschaft.

Die Gefahr eines Ausbruchs wird auch an anderer Stelle gesehen. „Vor drei Wochen wurden Übungen auch in den niedersächsischen Landkreisen durchgeführt“, erklärt Jürgen Ziegler. Hameln-Pyrmonts Kreisjägermeister sagt: „Der Landkreis ist vorbereitet.“ Zuständig für die Untersuchung der im Kreisgebiet geschossenen oder verendet gefundenen Wildschweine ist die Veterinärbehörde des Kreises.

Ziegler beschreibt das Vorgehen bei einem Fund so: „Es werden dann drei Bereiche gebildet. Zunächst gibt es eine Kernzone, in der das befallene Wild gefunden wird. Darum wird es einen gefährdeten Bezirk mit einem Radius von 30 Kilometern geben, um den eine Pufferzone folgt.“

Damit es nicht so weit kommt und um die Gefahr des Ausbruchs der ASP zu verringern, werden ab Oktober vor allem freitags und sonnabends verstärkt Drückjagden durchgeführt, um die Bestände der Wildschweine zu dezimieren. Ziegler hat dazu bereits einen genauen Plan ausgearbeitet und mit den Revierinhabern abgesprochen. „Ich setze auf die bewährten Jagdstrukturen“, betont er.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare