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Gelbe Säcke: Nienstedt mag nicht mehr

BAD MÜNDER. Die gute Nachricht: Entsorger Remondis hat auch am Mittwoch tausende gelber Säcke im Stadtgebiet eingesammelt. Die schlechte Nachricht: Es gibt offenbar immer noch ganze Ortsteile, die der Entsorger einfach ignoriert. Eine erste Bilanz.

Foto: Wiedermann
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

So lagen in Nienstedt, aber auch in Teilen Bakedes, Eimbeckhausens und der Kernstadt bis zum frühen Abend weiterhin die gelben Säcke herum. Die NDZ hatte ihre Leser dazu aufgerufen, Probleme, aber auch Erfolgsmeldungen rund um den zweiten offiziellen Abfuhrtag seit dem Wechsel von der Kreisabfallwirtschaft (KAW) zum neuen Anbieter zu melden. Ergebnis: Lob, Erleichterung und Verständnis – aber auch viel Kritik und Verzweiflung bei denen, die ihre Säcke nicht loswurden.

Und auch beim Landkreis beschäftigte das Thema am Mittwoch noch die Verantwortlichen: Nach den deutlichen Ansagen von Landrat Tjark Bartels und der KAW in Richtung Duales System („Grüner Punkt“) und Remondis stehe man nun in Kontakt, so Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch. Remondis habe versichert, man sei „bemüht, die Abfuhren nachzuholen – aber ob das ‚fristgerecht‘ klappt, bleibt abzuwarten“, so Lummitsch.

Den ganzen Mittwoch über meldeten sich Leser bei der NDZ, per Mail, per Telefon, über Facebook. Lange nicht alle meckerten. In Hachmühlen oder Hamelspringe klappte die Abfuhr offenbar reibungslos. Die CDU-Landtagsabgeordnete Petra Joumaah meldete schon früh von der Angerstraße in der Kernstadt: „7.29 Uhr, die gelben Säcke sind gerade abgeholt.“ Auch aus dem zuletzt gebeutelten Böbber gab es gute Nachrichten: „Heute beim zweiten offiziellen Abfuhrtermin wurden die Säcke endlich abgeholt“, schreibt Anwohnerin Ines Dreyer. Über die Probleme ist sie trotzdem verärgert: „Ein großes Unternehmen wie Remondis sollte in der Lage sein, einfach einen Fehler einzugestehen, die Bürger zu bitten, die Säcke herein zu holen und zum nächsten Termin vor die Tür zu bringen.“ Denise Titze aus Hamelspringe mahnt gar zur Gelassenheit: „Es ist ein neues Gebiet und ich finde in den ersten drei Monaten sollte jeder Verständnis zeigen.“

Genau das geht Einigen allerdings langsam ab: Die NDZ erreichten auch am späten Nachmittag und frühen Abend noch Beschwerden aus Nettelrede, aus zahlreichen Kernstadt-Straßen. In Bakede registrierte Ortsbürgermeister Rolf Wittich am frühen Abend viele zurückgelassene Säcke. Anwohner Torben Idensen rät: „Einfach unfrei per Post zum Entsorger...“ Besonders groß sind die Probleme offenbar in Eimbeckhausen. Zahlreiche Leser melden sich von hier – und um 18 Uhr schreibt Susanne Hennig etwas resigniert: „Wenn das so weitergeht, machen wir mit den gelben Säcken ein Osterfeuer.“

Und dann ist da noch Nienstedt. Der Ort im Deister wurde schon vor zwei Wochen nicht angefahren, bei den Nachholterminen ignoriert – und auch am Mittwoch: Tristesse. Gegen 17 Uhr schreibt Vize-Ortsbürgermeister Knut Peter Wiedermann: „Alles steht noch draußen. Und die Säcke sind teilweise zerstört, etwa durch Nager.“ Und die Nienstedterin Regina Helbich fasst die Stimmung vieler Betroffener ganz treffend zusammen: „Ich mag nicht mehr“, sagt sie. Als sie gestern bei Remondis angerufen habe und den Ortsnamen Nienstedt nannte, sei das Gespräch getrennt worden.



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