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Freibad Rohrsen: Mehr als nur ein Ort der Erfrischung

ROHRSEN. Mittwochabend, kurz nach 19 Uhr. Das Thermometer im Freibad Rohrsen zeigt 34 Grad, noch immer. „Im Wasser nur 22“, schmunzelt Christian Dreeke. Er sitzt im Schatten und genießt das Treiben, dass sich gerade vor seiner Nase abspielt.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Auf einer Decke auf der Wiese spielt eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter, im Schatten unter der großen Birke hat es sich eine Männer-Runde gemütlich gemacht. Freie Oberkörper und ein kühles Bier auf dem Tisch – der ideale Feierabend. Am Beckenrand nehmen Jeremy, Paul, Philipp und Can Luca Anlauf und landen kurz drauf laut platschend im Wasser. Eine gewaltige Fontäne erfrischt auch die, die nebenan im flacheren Wasser paddeln. „Schön, oder?“, fragt Dreeke und wirkt recht zufrieden.

Christian Dreeke ist der neue Vorsitzende

Dreeke ist noch recht neu bei den Freibadfreunden, eigentlich erst vor wenigen Mochen in den Verein eingetreten. Und doch: Wer mit ihm spricht, spricht mit dem Vorsitzenden. Gewählt, weil an der Spitze der Freibadfreunde Beber-Rohrsen eine Lücke entstanden war – und Dreeke mit seiner Begeisterung für das Bad und seinem Engagement den Mitgliedern der richtige Mann schien. Er selbst betont: „Wir sind hier ein Team, das für das Bad arbeitet. Hierarchien gibt es da nicht.“ Und dass es sich lohnt, für das Bad zu arbeiten, zeigt ihm wieder einmal die Atmosphäre: Ein entspannter Abend im Freibad, begeistert kreischende Kinder im Wasser, Erwachsene, die sich abkühlen, einen Plausch mit den Nachbarn halten. „Familienfreundlichkeit“ hat sich das Bad selbst auf die Fahne geschrieben, doch die eigentliche Stärke ist die Verantwortung, die viele Besucher, insbesondere aber auch die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder, für das Bad verspüren. Wäre es nicht mehr da, würde ein zentraler Treffpunkt fehlen. In Rohrsen gibt es kaum andere Orte, wo die Einwohner einander ohne Verabredung begegnen können. Monika Nehmann weiß das, und so hilft sie, wenn sie Zeit hat, im Kiosk aus. Serviert nicht nur Freibad-Pommes, sondern dazu auch eine Currywurst oder ein Schnitzel. Und wenn sich die Wandergruppe ankündigt und unbedingt Kartoffelsalat essen will – dann gibt es halt Kartoffelsalat unter den großen Bäumen. Und die Bunte Tüte, die selbst bei Mittfünfzigern noch Kindheitserinnerungen weckt, darf auch im Angebot des Freibadkiosks nicht fehlen. „Einmal mit Schlangen und Erdbeeren. Für einen Euro. Das habe ich passend“, bestellt Till bei Yvonne Arlt im Kiosk. Dabei müssen junge Freibadbesucher nicht einmal Geld dabei haben: Im Kiosk gibt es Fächer, in denen Eltern oder Großeltern kleine Beträge für die Kinder deponieren können.

Bauarbeiten kurz vor Saisoneröffnung

Idylle pur, doch die schien kurz vor Saisonbeginn akut gefährdet: „Hier war alles aufgebuddelt. Rohre mussten noch verlegt werden“, sagt Dreeke. In einem gewaltigen Kraftakt lösten 40 ehrenamtliche Helfer das Problem. „Wir haben hier bei 35 Grad wie verrückt geackert. Das war ein Rennen gegen die Zeit“, erinnert sich der Vorsitzende. Auch das Problem der Badeaufsicht konnte mit Niko König und Vladimir Vincic gelöst werden, zwei qualifizierte Kräfte stehen abwechselnd zur Verfügung. „Dadurch können wir Badebetrieb von 12 bis 20 Uhr anbieten“, erklärt der Vorsitzende. Schwimmpausen gibt es nur, wenn das Wasser frisch gechlort wird. „Und damit es den Kindern in der Zeit nicht zu langweilig wird, haben wir Spiele hier“, erklärt Dreeke. Genutzt wird das Bad längst nicht nur von den Einwohnern aus Beber oder Rohrsen. Viele Eimbeckhäuser kommen regelmäßig, immer wieder auch Familien aus Bakede und aus Bad Münder, Orten mit eigenen Bädern. „Die Leute schätzen die besondere Atmosphäre. Das ist wie Familie hier“, weiß auch Monika Nehmann.

2 Bilder
Yvonne Arlt (v.r.) und Monika Nehmann helfen im Kiosk aus – bei frischem Kuchen greift auch Christian Dreeke zu.
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