weather-image

Feuer-Attacke vor Gericht

SCHAUMBURG/BAD MÜNDER. Den Morgen des 20. Juni wird eine 46-jährigen Frau im Rintelner Ortsteil Schaumburg nicht vergessen: Gegen 5.30 Uhr brach ihr ehemaliger Lebensgefährte in ihr Haus ein, übergoss sich mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sich an.

Bevor der Münderaner in das Haus seiner Ex-Partnerin eindrang, legt er im Eingangsbereich Feuer. Foto: Leo Behmann

Der Täter, ein 49-jähriger Münderaner, wurde dabei erheblich verletzt. Jetzt steht die Aufarbeitung der Vorgänge vor dem Amtsgericht in Rinteln an.

Am Donnerstag, 22. November, wird das Beziehungsdrama ab 8.45 Uhr vor dem Amtsgericht verhandelt. Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage terminiert.

Angeklagt hat die Staatsanwaltschaft schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung, nicht jedoch ein versuchtes Tötungsdelikt. Das hätte vor dem Landgericht Bückeburg verhandelt werden müssen. Der Rintelner Rechtsanwalt Stefan Abrahams, der die 46-jährige Frau als Nebenkläger vertritt, hatte bereits unmittelbar nach der Tat die Auffassung vertreten, dass der Münderaner den festen Vorsatz hatte, seine ehemalige Lebensgefährtin zu töten. Seine Mandantin habe nur deshalb Glück gehabt, weil sie so schnell reagiert habe. Da sie in ständiger Angst vor dem Mann gelebt habe, sei sie auf alles vorbereitet gewesen. Seine Mandantin habe ihm berichtet, als es laut geknallt habe (der Mann hat eine Glastür eingeschlagen), sei ihr sofort klar gewesen: Das könne nur ihr ehemaliger Lebensgefährte sein. Sie habe sofort die Polizei angerufen.

Abrahams verweist auch darauf, dass der Mann seine Mandantin mehrmals mit dem Tod bedroht und ihr schon einmal Rippen und Nasenbein gebrochen habe. Er berichtete nach der Tat von über 300 Whatsapp-Nachrichten, die der Münderaner seiner ehemaligen Lebensgefährtin geschickt habe. Darin habe er sie nicht nur übel beschimpft, sondern auch formuliert: „Du hast dein Todesurteil unterschrieben.“

Den 49-Jährigen, der sich noch in U-Haft befindet, verteidigt die Hannoveraner Strafverteidigerin Tanja Brettschneider. Brettschneider hat Erfahrung mit Mandanten, denen in Beziehungskonflikten die Kontrolle entglitten ist. Durch die Medien ging der Fall des Mannes, der in Hannover in einer Silvesternacht seiner Freundin wohl aus Eifersucht ein Skalpell durch das Gesicht gezogen hat. In die Schlagzeilen kam auch der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf. Hier verteidigte Brettschneider einen der Angeklagten.wm/jhr



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt