weather-image
29°

Ein Jahr nach dem Umzug: Gemütlichkeit statt Gedränge

BAD MÜNDER. Zufriedene Gesichter wohin der Blick im Umsonstladen am letzten Öffnungstag in diesem Jahr geht. Beschenkte Kinder grienen mit süß und gesund gefüllten Bechern in den Händen um die Wette. Erwachsene durchstöbern ein akkurat sortiertes Sortiment, das zum Teil bis unter die Decke ragt.

Bescherung am letzten Öffnungstag in diesem Jahr: Die anderthalbjährige Sham (Mitte großes Bild) und die sechsjährige Abdullah packen ganz gespannt ihre Weihnachtstüten aus. Der Umzug vor einem Jahr hat vieles komfortabler gemacht, zum Beispiel gibt

Autor:

Jana Grube

Eine Kaffeeecke und ein Spieltisch laden große wie kleine Besucher zum Verweilen ein.

Indes informieren die Helferinnen Interessierte über die Entwicklung des Ladens an der Obertorstraße. Und die kann sich hören lassen. Die Stimmung unter den Besuchern habe sich entspannt, das Arbeiten sei weniger anstrengend. „Es ist nicht mehr so ein Gedränge“, sagt Sigrid Schaper, die das Donnerstagsteam leitet. Längst vergessen seien die Zeiten mit vollgestopften Kleiderstangen in den dunklen beengten Räumen in der Petersilienstraße.

Durch das neue Platzvolumen gibt es nun auch direkt neben der Bekleidung eine komfortable Umkleidekabine. Zudem ist das präsentierte Sortiment von Männersachen über Dekorationsartikel und Frottierware bis hin zu Kinderbekleidung mehr geworden. Dennoch bleibt Luft zwischen den Kleiderbügeln. Was der Umsonstladen nach wie vor nicht anbietet, sind aber Möbel, „wenn man sie sich nicht unter den Arm klemmen kann“, betont Schaper. Zugelegt habe auch der Besucherstrom – „angeregt durch den größeren, helleren und schöneren Laden“.

270_0900_75356_lkbm_umsonst_Y5A6317.jpg
270_0900_75327_lkbm_umsonst_Y5A6316.jpg

Dem pflichtet auch Monica Gräfin Adelmann, Vorsitzende des Umsonst-Vereins, bei: „Es hat Zeiten gegeben, die fordernd für das Team waren, allen Besuchern gerecht zu werden.“ Damit meint sie vor allem den Flüchtlingszuzug, den noch der alte Laden auffangen musste. Einige der Stammkunden, so glaubt sie, hätten sich „herausgedrängt gefühlt“. Diese seien aber jetzt wieder regelmäßig anzutreffen. „Jetzt können wir allen den nötigen Raum geben“, freut sich die Vorsitzende.

Dank der Vergrößerung kann der Umsonstladen nun seinem Ziel, auch ein Kommunikationszentrum zu sein, gerechter werden. Die für einen Kaffeeklatsch zwischen Stoff und Geschirr eingerichtete Ecke hat es zwar auch schon im alten Geschäft gegeben – allerdings beengt und zugig direkt im Eingangsbereich. Jetzt kann endlich Gemütlichkeit walten, was bei den Kunden sowohl deutscher als auch ausländischer Herkunft gut ankomme. Der interkulturelle Austausch kann sich weiterentwickeln.

Auf die Frage, ob es noch irgendwo hakt, können die fleißigen Damen nur den Kopf schütteln. „Alles ist schön“, sagen sie. Nur einen kleinen Wunsch hätten sie: Durch den nicht ablassenden Warenstrom könnte das bereits 20-köpfige Team mittlerweile noch weitere Mitglieder gebrauchen. Dabei liege das ehrenamtliche Engagement im Ermessen des Helfers, sind sich die engagierten Damen einig. Ob vier Stunden wöchentlich oder nur 14-tägig: Der Umsonstladen sei für jeden zuverlässigen Einsatz dankbar. Wer Interesse hat, kann sich bei der Mannschaft unter 05042/4567 melden.

Erster Öffnungstag im neuen Jahr ist Dienstag, 2. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare