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Ein Baugebiet für junge Familien

16 Ortsteile, neun Ortsbürgermeister – und ganz unterschiedliche Rückblicke auf das Jahr 2018 und Erwartungen für das neue Jahr. NDZ-Mitarbeiter Horst Voigtmann hat mit Detlef Olejniczak, Ortsbürgermeister von Hasperde, Flegessen und Klein Süntel, über seine Zufriedenheit mit der Entwicklung der Ortschaft gesprochen.

Für fast jedes Gefühl oder Thema gibt es heutzutage ein Emoji. Auch für die Stimmung eines Ortsbürgermeisters? Detlef Olejniczak entscheidet sich für die herzliche Variante: Er mache seine Arbeit gerne und mit Herz. Foto: Voigtmann

FLEGESSEN/HASPERDE/KLEIN SÜNTEL. Der Mann ist eine Instanz. Wer in Flegessen, Hasperde oder Klein Süntel vor 30 Jahren geboren wurde und noch immer dort lebt, hat keinen anderen Ortsbürgermeister als Detlef Olejniczak (SPD) erlebt. Der dienstälteste ehrenamtliche Ortsvorsteher im Bereich der Stadt Bad Münder kann also sehr wohl einordnen, wie sich die Ortschaft entwickelt. Und wenn Olejniczak auf das vergangene Jahr zurückblickt, dann gehört für ihn die Gestaltung einer Straße dazu, die schon vor seiner ersten Amtsperiode errichtet wurde – und nun endlich fertig ist. Für die Danziger Straße, die vor mehr als 40 Jahren als Baustraße hergestellt wurde, hatten die Anlieger bereits vor vielen Jahren Geld für die Fertigstellung eingezahlt. Nach einer Anliegerversammlung haben die Bewohner der Grundstücke sich vor einigen Monaten für eine Pflasterung der Straße entschieden und die entsprechenden Pflastersteine ausgesucht. „Die Firma, die die Arbeiten übernommen hat, ist fast fertig geworden. Einige kleine Arbeiten werden im Frühjahr noch abgeschlossen, zum Beispiel die Gestaltung kleinerer Grünflächen im Straßenverlauf.“

Auch mit dem Thema Windkraftanlagen hatte sich der Ort zu befassen, weil die Firma Landwind zwei Windkraftanlagen auf Flegesser Gebiet und weitere in direkter Nachbarschaft am Liethberg bei Hilligsfeld errichten wollte. Während die Stadt Bad Münder nach Gesprächen mit der Bundeswehr ihren vorgesehenen Flächennutzungsplan noch einmal änderte und dann ohne die Flegesser Flächen neu beraten ließ, ging Hameln einen anderen Weg. Die Bundeswehr klagte gegen die Hamelner Planung, weil sie ihre Tiefflugstrecke des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums der Bundeswehr am Süntel gefährdet sah. Das Verwaltungsgericht Hannover gab der Klage der Bundeswehr statt, die dargelegt hatte, dass die Strecke in erheblichem Umfang für die Ausbildung genutzt wird und in einem drei Kilometer breiten Korridor frei von weiteren Hindernissen bleiben muss. Das Gericht urteilte: Die Strecke wird bereits seit über 20 Jahren zu Ausbildungszwecken genutzt und muss der Windkraft nicht weichen.

Ähnlich aufmerksam wird in der Ortschaft auch die Entwicklung der Grundschule verfolgt. Olejniczak freut sich darüber, dass vermutlich in diesem Jahr die Schule aus dem Jahr 1956 neue Fenster für den Alttrakt und dafür passenden Sonnenschutz bekommen wird. Das Geld dafür sei bewilligt. Ebenso liege Geld bereit für die Sanierung der Sanitäranlagen in der Schule und in der Sporthalle. Teile der Kosten können aus Zuweisungen des Landes Niedersachsen aus dem kommunalen Investitionsprogramm bestritten werden. „Leider haben die Handwerker so volle Auftragsbücher, dass wir noch nicht wissen, wann diese sieben Fenster eingebaut werden können“, sagt Olejniczak.

Probleme sieht der Ortsbürgermeister auch mit den Straßen im Bereich Grabenfeld und Bruchweg: „Die sind in sehr schlechtem Zustand. Solange ich Ortsbürgermeister bin, möchte ich den Anlieger eine Sanierung der Straße nicht zumuten, denn sie müssten hohe Anteile der Kosten übernehmen.“

Im Frühjahr wird es auch noch einmal einen Anlauf geben, um im Rat der Stadt Bad Münder eine Baumschutzsatzung zu verabschieden. Die bisherigen Entwürfe waren von den Ortsräten kritisiert worden.

Einen besonderen Wunsch hat der Ortsbürgermeister für das kommende Jahr: „Ich wünsche mir, dass im Baugebiet „Oberes Ernstfeld“ jungen Familien Bauplätze angeboten werden, solange die Zinsen niedrig sind und das Baukindergeld gewährt wird. Laut Bebauungsplan könnten dort 26 Häuser entstehen. Damit können wir langfristig sicherstellen, dass eine Grundschule in Flegessen auch künftig für die Kinder erhalten bleibt.“

Wenn die Anzahl der Bürger in den Ortschaften ansteige, bedeute das auch eine Überlebenschance für die Vereine, die derzeit zum Teil um ihren Fortbestand bangen müssen.

Das sagt
die Opposition:

„Wichtig ist, dass wir parteiübergreifend die Probleme im Ort lösen“, sagt Annegret Flügge von der CDU-Fraktion. Dabei komme es im Ortsrat weniger auf die Parteien, sondern auf die Personen an. Dennoch wünsche sie sich manchmal ein wenig mehr Transparenz vom Ortsbürgermeister. Ein Thema, das 2019 angegangen werden müsse, sei der Breitbandausbau, „aber auch hier müssen wir gemeinsam sehen, wie wir für die Ortschaft weiterkommen.“jli



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