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Werbeflyer von „Reader‘s Digest“ mit münderschen Emblemen

„Donnerwetter, den Maibaum kennst Du doch!“

Bad Münder (st). Fast hätte sich Rudolph Hohmann aus Springe an seinem Kaffee verschluckt. „Donnerwetter, den Maibaum kennst Du doch“, dachte der ehemalige Vorsitzende des Maibaumvereins aus der benachbarten Deisterstadt. Am Frühstückstisch las er den neuesten Werbeflyer aus dem Hause „Reader‘s Digest“ – ein großes Faltblatt mit Infos zum Volkslieder-Sampler „In der Heimat ist es am schönsten“. Und inmitten der Titellisten zwischen „Müde kehrt ein Wandersmann zurück“ und „Ich bin durch die Heimat gefahren“ prangt er: der mündersche Maibaum – ohne Bildtext, ohne Quellenangabe. „Wie kommt der denn bloß dahin?“, fragte sich der Experte für die bunten Masten und wendete sich an die NDZ.

Der mündersche Maibaum bei strahlendem Sonnenschein.  Foto: oe

Hier brachte eine kleine Recherche Licht ins Dunkel. Nach der Schilderung der Fakten bei einem Redaktionsmitarbeiter von „Reader’s Digest“ machte sich der Pressesprecher des Unternehmens, Uwe Horn, auf die Suche. Er konnte Folgendes Herausfinden: Das Bild des Maibaumes aus Bad Münders stammt von einer Bildagentur namens „mauritius-images“. Diese vertreibt das Foto im Auftrag eines Fotografen aus Oberhausen, Werner Otto, wie auf der Internetseite der Agentur nachzulesen ist. Otto war in den 60er- und 70er-Jahren für seine Sportfotos überwiegend von Borussia Mönchen-Gladbach bekannt.

Warum der mündersche Maibaum?

Doch warum musste es der mündersche Maibaum sein, wo es doch auf der Agenturseite hunderte von Maibäumen zur Auswahl gab? Uwe Horn: „Wir haben die verschiedensten Quellen angezapft und das schönste Exemplar gesucht, das wir finden konnten. Der Maibaum, den wir letztendlich ausgesucht haben, entspricht unserer Meinung nach einem richtig schönen und prächtigen Maibaum.“ Dass das ausgesuchte Foto den Baum aus Bad Münder zeigt, habe er gar nicht gewusst, so Horn. Das wäre dem Unternehmen auch egal gewesen.

Friedrich Niemeier vom Gesangverein Liederkranz – seit Jahren Ausrichter des Maisingens auf dem Steinhof und zuständig für den 1992 erstmalig errichteten Maibaum – ist gleichermaßen überrascht wie erfreut: „Das ist ja toll, das freut mich, dass der mündersche Maibaum ausgesucht wurde.“ Aufgrund der lockeren Satzung hätte der Gesangverein bei der Gestaltung des Maibaums nahezu freie Hand, dadurch sei der Baum zu seiner unverwechselbaren Form gekommen. „Das ist wie bei der Architektur“, sagt Niemeier: „zu strenge Regeln sind oft nicht gut.“

Den Vorsitzenden des Gesangvereines wundert es ganz und gar nicht, dass die Wahl des zuständigen Layouters bei „Reader‘s Digest“ auf das Exemplar aus der Söltjerstadt gefallen ist, der hiesige Maibaum sei schließlich tatsächlich einer der schönsten weit und breit.

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Der Maibaum aus Bad Münder schmückt den Werbeflyer aus dem Hause „Reader‘s Digest“, weil er laut dem Pressesprecher des Unternehmens ein „richtig schöner, prächtiger Maibaum“ ist.



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