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Die Wartburg im Süntel

Bad Münder. Zum zehnten Mal gab sich der berühmte Kirchreformator am Süntelturm die Ehre. „Hallo Luther“ hieß es dort gestern wieder – ein Wortspiel, das gleichzeitig dazu anregen soll, sich kritisch mit dem amerikanischen Halloween-Kult auseinanderzusetzen, der den Ursprung des Reformationstages zunehmend überlagert.

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Trotz ausgesprochen herbstlichen Wetters nahmen zahlreichen Ausflügler den Weg durch den Wald auf sich. Unter ihnen war auch Bürgermeister Hartmut Büttner, der die jährliche Veranstaltung als „geniale Idee“ lobte. „Eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

An einer Wäscheleine flattern Zettel mit den Titeln der bisherigen Hallo-Luther-Veranstaltungen. Nach Zeilen wie „Tinte, Tod und Teufel“ (2005), „Mit Brief und Siegel“ (2006) oder „Mit Paukern und Trompeten“ (2010) lautete das Motto in diesem Jahr „Luther treibts bunt – Denk mal an Luther“.

Auch Superintendent Philipp Meyer, der am Vorabend bei der „Luther Lounge“ noch Jazz gespielt hatte (s. Kasten), marschierte zu Fuß zum Süntelturm hinauf. Er freue sich, dass Bad Münder eine ganz besondere Veranstaltung im Hallo-Luther-Reigen gefunden habe. Meyer: „So wird auch diesmal der Süntelturm für einen Tag zur Wartburg mit Andachten, Musik, Verpflegung, Gebet, gemeinsamen Singen und guten Gesprächen.“

Die umfangreichen organisatorischen und logistischen Vorarbeiten haben die sieben münderschen Kirchengemeinden gemeinsam bewältigt. „Das verteilen wir auf vielen Schultern“, sagte Prädikant Lothar Ruck. Dass „Hallo Luther“ dabei auch ein Stück Ökumene ist, zeigte erneut die Teilnahme heimischer Katholiken.

Doch auch Zufallsgäste wie Mountainbiker Carsten Friebe staunten angesichts des Treibens nicht schlecht. Eigentlich wollte der Radler aus Wehrbergen nur eine Tour über den Süntel machen, als er die Klänge des Münderaner Posaunenchors im Wald vernahm. „Ohne uns geht es nicht“, stellte Dirigent Karl Schnelle fest. Nach ein paar Chorälen zum Warmspielen gab es dann Klassiker wie „Ein feste Burg“. Währenddessen pilgerten immer mehr Besucher zum Süntelturm, betrachten verwundert die von einem Wittenberger Künstler geschaffenen, vom Kirchenkreis angekauften und im Gelände verteilten farbigen Luther-Figuren. Wie immer dicht umlagert auch das Zelt, in dem Luther-Zipfel, Lutherbrötchen und Lutherbier angeboten wurden. Kein Wunder also, dass nicht nur Ruck, Meyer und die Hachmühler Pastorin Frauke Kesper-Weinrich, sondern eine große Luther-Gemeinde sich schon jetzt auf das große 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 freuen. Natürlich wieder am Süntelturm. Die ersten Pläne werden schon geschmiedet“, verriet Ruck.



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