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Die Bildungsstätte in Bad Münder: Wachstum und Jubiläum

BAD MÜNDER. Ein Blick von der Stadt aus in Richtung Deister genügt, um zu sehen: Bei der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte tut sich was. An der Ecke zur Deisterallee wird ein altes Gebäude renoviert, auf dem Parkplatz werden Solarzellen angebracht. 50 Jahre gibt es die Bildungsstätte nun schon.

Markant, modern, und doch schon 50 Jahre Bildungsstandort: Die Berufsgenossenschaftliche Bildungsstätte am Deisterhang. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Seitdem 1967 das Haus eröffnet wurde, wurde es mehrmals umgebaut, erweitert, neu gestaltet. Eine Erfolgsgeschichte für die Berufsgenossenschaften und die Stadt Bad Münder gleichermaßen – das stellten Geschäftsführer Arno Bannasch, Dieter Lasar, Vorstandsmitglied der BG Bau und Bürgermeister Hartmut Büttner in einer Feierstunde heraus – Büttner sprach von einer „Perle“ für die Stadt. Münderanern ist die Einrichtung vor allem vom Neujahrsempfang des Ortsrates geläufig, der seit einigen Jahren im großen Saal stattfindet – eine Tradition, die auch Bannasch in seiner Ansprache als Zeichen der engen Verbundenheit mit der Kurstadt hervorhob. Dass Pianist Lei Zhang, Leiter der Jugendmusikschule und Sängerin Friederike Weritz die Feierstunde musikalisch begleiteten, zeugte ebenfalls voem engen Kontakt zu den Einrichtungen vor Ort.

Nach außen kaum sichtbar, ist die Bildungsstätte vor allem Anlaufstelle in Sachen Arbeitsschutz. In einer modernen Praxishalle werden Unfallszenarien geübt, Gefahrenstellen direkt am Objekt identifizert. In der Halle kann mit dem Gabelstapler an Lagerregalen geübt werden, auch ein kleines Musterhaus ist als Baustelle im Innern der Halle aufgebaut. „Bad Münder war die erste Bildungsstätte in Deutschland“, berichtete Lasar den geladenen Gästen, „und ist damit auch die älteste.“ Wie nötig Fortbildungen in Sachen Arbeitsschutz und Prävention damals waren, stellte Lasar mit der Zahl 3000 heraus – so viele tödliche Arbeitsunfälle gab es 1965, als die Planungen für die Einrichtung am Deisterhang konkret wurde.

Dass der Betrieb dann 1967 noch mit Gemeinschaftsduschen und ohne Einzelzimmer begann, wirkt heute kaum vorstellbar. 120 Einzelzimmer bietet das Haus heute für Seminarteilnehmer, bei Überbelegung gibt es eine Kooperation mit dem Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum. Gemeinschaftsduschen gehören der Vergangenheit an, ebenso wie der Fokus auf den theoretischen Frontalunterricht in Großgruppen. Kleingruppen, Seminare mit im Schnitt 20 Teilnehmern und Praxisübungen stehen auf den Lehrplänen. 8000 Gäste hat die Bildungsstätte inzwischen pro Jahr. Im auslaufenden Jahr wurde Seminarteilnehmer Nummer 300 000 begrüßt. Das neue Hauptgebäude mit Gaststätte und markanter Fensterfront wurde im Jahr 2000 errichtet. „Das war der Startschuss für die gesamte Modernisierung der Einrichtung“, sagt Lasar.

Dass ursprünglich ein Standort am Kurpark angedacht und dann wieder verworfen wurde, erklärte Büttner mit Blick in die Chronik des ehemaligen Stadtdirektors Hermann Weber – es wären offenbar schwierige Arbeiten am Untergrund und bei den Heilquellen nötig geworden, sodass man sich stattdessen für die Fläche am Deister entschied. Im Gegenzug können die Besucher des Hauses bis heute den Ausblick ins Tal und auf die Stadt genießen. Die idyllische Lage ohne Großstadt-Trubel wird als Standortvorteil gesehen. Ein weiterer Vorteil: Die Hanglage eignet sich offenbar gut zur Stromgewinnung aus Photovoltaik – im neuen Jahr sollen die Solarzellen, die derzeit auf dem Parkplatz errichtet werden, 80 Prozent des Energiebedarfs der Bildungseinrichtung decken.

Getragen wird die Bildungsstätte von den vier Berufsgenossenschaften Bauwirtschaft, Handel und Warenlogistik, Rohstoffe und Chemische Industrie, Nahrungsmittel und Gastgewerbe sowie der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse. Entsprechend der Branchen gibt es eine Vielfalt von Seminaren, angefangen für Gebäudereiniger, Straßenbauarbeiter oder Bürobeschäftigte. Im Mittelpunkt steht dabei stehts der Umgang mit oder die Vermeidung von Gefahren und Risiken im Berufsalltag und der Arbeitsschutz. Neben Bannasch als Geschäftsführer gehört seit 1985 der Münderaner Helmut Eickermann als Verwaltungsleiter zu den wichtigsten Personen in der Einrichtung.

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