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Deutsche und ukrainische Kinder basteln trotz Sprachbarrieren gemeinsam

Eierkartons, Plastikverpackungen, leere Küchenpapierrollen, Kartons oder ausgespülte Gläser – was allgemein als Müll angesehen wird, hat bei einer Ferienspaß-Aktion im Jugendzentrum Point von Kindern neues Leben eingehaucht bekommen. Und neben kleinen und großen Kunstwerken entstand dabei noch etwas anderes: Integration.

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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite
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Denn der Einladung der Point-Freunde zum Kreativangebot „Wunderkammer“ waren nicht nur deutsche, sondern auch ukrainische Kinder gefolgt – denn für die Kreativität ist Sprache zweitrangig. „Das Wichtigste, zum Beispiel, wo die Toiletten sind, haben wir im Vorfeld mit dem Sprachmittler erklärt“, sagt der Vorsitzende der Freunde des Jugendzentrums Point, Christian Dreeke. „Der Rest ist viel mit Händen und Füßen.“ Dreeke und seine Mitstreiterin Annelie-Sophie Scholz sprechen langsam und deutlich, zeigen auf die Materialien, fragen, ob etwas „so oder so?“ angeklebt werden soll oder bedeuten mit den Händen, dass die kleinen Künstler einen Moment warten müssen, bis der Heißkleber getrocknet ist.

Noch einfacher aber läuft die fast wortlose Kommunikation zwischen den Kindern. „Das Miteinander ist super, das schaffen sie auch ohne Sprache“, freut sich auch Dreeke. So habe beispielsweise ein ukrainischer Junge ganz spontan geholfen, als er gesehen habe, dass ein deutsches Mädchen Hilfe beim Basteln gebraucht hatte – ohne, dass einer die Sprache des anderen verstand. „Wir legen Wert darauf, dass wir die Aktionen nicht nur für ukrainische Kinder anbieten“, meint Dreeke. „Es soll Integration sein.“

Zahlreiche fantasievolle Kunstwerke aus Müll

Und so entstehen an diesem Nachmittag im Jugendzentrum zahlreiche fantasievolle Gebilde, von Schneekugeln in alten Glasflaschen über bunt verzierte Stiftedosen, Autos, Monster, Prinzessinnenschlösser und Flummis aus Gummibändern bis hin zu Teddybären aus Plastikverpackungen und großen Robotern aus Karton. „Es kam eine Idee nach der anderen“, freut sich auch Dreeke über die Aktion, bei der es keine Vorgaben gab. Mira Meredith beispielsweise verziert eine leere Glasflasche, „denn das Leben ist bunt“, meint sie. Hinein wirft sie Glitzer und kleine Zettelchen – „Glückslose, die man jeden Tag zieht, zur Motivation“, erklärt sie, während sie Sprüche auf die Schnipsel schreibt. „Zum Beispiel, dass das Leben einzigartig ist und man es genießen soll.“ Und sogar alte Stühle konnten die Kinder zu kleinen Kunstwerken umgestalten.

2 Bilder

Die Idee zu der „Wunderkammer“ hatte Annelie-Sophie Scholz. „Ich habe eine Fortbildung zur ästhetischen Bildung gemacht“, erklärt sie, während sie mit der Heißklebepistole nach den Wünschen der Kinder einzelne Stücke zusammenklebt. „Dabei entstand die Idee, alten Sachen ein neues Leben zu geben.“

Der Ferienspaß light 2022

Bereits im dritten Jahr in Folge wird der Ferienspaß als Light-Version mit weniger Projekten angeboten. Mit dabei sind unter anderem wieder Vereine und Institutionen mit diversen Angeboten, darunter die Tuspo, das Jugendrotkreuz, der SV Bakede, der SC Bad Münder, die Feuerwehr Bad Münder, der Golfpark am Deister oder auch Jennys Reitschule. Hinzu kommen die Angebote der Pointfreunde – neben der „Wunderkammer“ auch eine Nachtwanderung –, sowie Unternehmungen der Stadtjugendpflege. Dazu zählen regelmäßige Kinoabende, Kochen im Point und Schlagzeugkurse ebenso wie eine Kanuerlebnistour, eine Fußball-Mini-WM, Wasserski und ein Besuch im Rastiland.

Die Anmeldungen laufen über die Stadtjugendpflege beziehungsweise direkt über die Vereine. Weitere Informationen sind in den ausliegenden Flyern zum Ferienspaß light zu finden.

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