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Der Wolf jagt mit im Deister

BAD MÜNDER. „Wir können uns mit unserer Schwarzwildstrecke sehen lassen“, fasste Rainer Klockemann vom Hegering Sünteltal die Bemühungen um Reduzierung der Wildschweinbestände zusammen: Seien im Vorjahr noch 152 Wildschweine in den des Hegerings geschossen worden, sind es im ausklingenden Jagdjahr 265.

Seit 25 Jahren gehört Uwe Liebner (l.) zum Hegering. Rainer Klockemann ehrt ihn vor der markanten Trophäe eines von Frank Hundeshagen erlegten Hirsches. Foto: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

In dieser Zahl enthalten seien allerdings auch einige, die bei Zusammenstößen mit Autos getötet wurden. Im Zusammenhang mit der drohenden Afrikanischen Schweinepest kommt auch der Landkreis den Jägern entgegen: Zur Vereinfachung des Meldeprozederes zur gesetzlichen Trichinenschau fallen die Gebühren für einen begrenzten Zeitraum weg.

Die Jäger des Hegerings haben außer Schwarzwild noch 23 Stück Rotwild (Vorjahr: 14) geschossen, im gesamten Dei-
ster allerdings summierte sich die Zahl der erlegten Tiere dieser größten heimischen Wildart auf 75 Stücke (Vorjahr: 108). Den stärksten Rothirsch hatte Frank Hundeshagen in seinem Nienstedter Revier erlegen können. Dessen Kopfschmuck zierte jetzt die Hegeschau.

Gerade am Verhalten des Rotwildes bemerken die Jäger auch Veränderungen in den Revieren: Das Wild sei vorsichtiger und unberechenbarer geworden, bekannte Einstände würden teilweise gemieden. Die Ursache sehen Revierinhaber in dem Umstand, dass auch Wölfe im Deister jagen. Auch eine Ausweichen der Rotwildrudel auf den Süntel erwartet Klockemann. Zunächst waren die Jäger davon ausgegangen, einen Wolf in den Revieren zu haben – doch seit der Beobachtung eines Waldarbeiters gehen sie von einem kleinen Rudel mit vier Tieren aus.

Die weitere Jagdstrecke des Hegerings besteht aus 307 Stück Rehwild, drei Mufflons, 152 Füchsen, 33 Dachsen und 117 Waschbären. Gerade die Waschbären breiten sich immer stärker aus. Vor zehn Jahren seien noch 13 Stück gemeldet worden, inzwischen umfasst die Strecke fast das Zehnfache.

Hegering-Schießobmann Hagen Gerland lud die Waidgesellen zum Einschießen der Büchsen und zum Schießtraining auf den Schießstand Oberg am 19. Mai ein. Der stellvertretende Bürgermeister Peter Meyer überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung. Er habe große Hochachtung vor der Jagd als uraltes Kulturgut mit ihrer eigenen Zunftsprache. Vize-Hegeringleiter Thorsten Bund stellte die lebhaft diskutierte Initiative „Fellwechsel“ vor, die der Nutzung der Bälge von Fuchs, Marderhund, Waschbär, Marder und Nutria als nachhaltige Rohstoffe zur Verwendung bei Bekleidung ein Comeback verschaffen will. Dr. Egbert Strauß, Jäger und Forscher vom Wildtierinstitut der Tierärztlichen Hochschule Hannover, beschloss den Abend mit einem fundierten Vortrag zur Situation des Niederwilds und des Vorkommens des Luchses im Süntel. Klockemann ehrte Uwe Liebner für seine 25-jährige Treue zum Hegering Sünteltal mit Urkunde und Ehrennadel.

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