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Der Plan gegen das Kaputt-Sparen

BAD MÜNDER. 128 Kilometer. Wer alle Straßen, die in den Zuständigkeitsbereich des städtischen Bauamtes fallen, abfahren will, der ist etwas länger unterwegs. Wer sie allerdings abfährt, der stößt auf das, was als Unterhaltungsstau bezeichnet wird.

Asphalt ist ein widerstandsfähiger Baustoff – aber wird die Oberfläche beschädigt, hat das – wie hier an der Wallstraße – oftmals auch Auswirkungen auf die Haltbarkeit der Straße. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Den will die Stadt nun mit höheren Ansätzen im Haushalt zumindest eindämmen. Kämmerer Marcus Westphal hat für die Finanzplanung 2020 und Folgejahre den Ansatz für Straßenunterhaltungsmittel von bislang 200 000 Euro pro Jahr auf 450 000 hochgeschraubt – wohl wissend, dass auch diese Summe nicht ausreichen wird, um den Unterhaltungsstau aufzulösen. „Die Gründe für den aktuellen Zustand sind ja durchaus nachvollziehbar“, erinnert Bauamtsleiter Uwe Hünefeld an Jahre, in denen die Stadt finanziell so nah am Abgrund stand, dass selbst die Einberufung eines externen Sparkommissars in Erwägung gezogen wurde. „Die Mittel waren einfach nicht da, um die Straßen wie notwendig zu unterhalten“, sagt Hünefeld. Jahr um Jahr wurde das Problem weitergeschoben, schließlich ein Konzept aufgestellt, das die dringlichsten Fälle nach Prioritäten sortiert auflistete – und den zur Verfügung stehenden Summen zuordnete.

300 Meter statt
drei Kilometer

Rund 40 Jahre, so die Rechnung, die Hünefeld präsentiert, hält eine Straße bei normaler Belastung. Drei Kilometer müsste die Stadt jährlich unterhalten, tatsächlich reichen die vorhandenen Mittel aber lediglich für 300 Meter. Und so muss die Bauabteilung Jahr für Jahr erläutern, warum mündersche Straßen in dem Zustand sind, in dem sie sind. Werden größere Abschnitte unterhalten, weckt das immer wieder Begehrlichkeiten bei denen, die täglich über schlechtere Straßen fahren. Schlaglöcher und Straßenschäden zählen denn auch zu den Dauerthemen, wenn sich in Ortsräten Bürger mit Kritik zu Wort melden. Und ist die Straße schließlich so marode, dass es mit Unterhaltung nicht mehr getan ist und ein Ausbau notwendig wird, fallen auch für Anlieger oftmals namhafte Summen an.

Hünefelds Vorstoß, die Mittel für die Unterhaltung aufzustocken, findet sich jetzt in der Auflistung der Besonderheiten in der Finanzplanung wieder. Der Kämmerer macht der Politik darin deutlich, dass der notwendige Unterhaltungsaufwand bei 128 Kilometern zu unterhaltender Straße mit etwa 500 000 Euro beziffert wird, „so dass die ab 2020 noch als Zusatzmaßnahmen bezifferten Ansätze perspektivisch eher die Standartansätze werden müssen – ohne dass ein Abbau des Unterhaltungsstaus hier schon beinhaltet wäre.“



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