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Dank Spende: Säen und wachsen sehen

BAD MÜNDER. „Wie fülle ich meinen Tag mit ein wenig Freude oder einer Aufgabe, wenn ich alles erledigt habe, was mir Bezug auf mein Lebensende wichtig erscheint?“ Diese Frage beschäftigt viele Gäste des Hospizes am Deisterhang.

Die ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiterin Rita Mielczarek stellt mit Pflegefachkraft Heike Epding (r.) vor, wie Beete im Sitzen bepflanzt werden können. Im Hintergrund Geschäftsführer Andreas Przykopanski und Hospizleiterin Stephanie Kaiser. Foto: Hallm

Der Aufenthalt im Hospizgarten bietet den Gästen die Möglichkeit, die Natur mit all ihren Schönheiten in den verschiedenen Jahreszeiten ganz intensiv zu erleben. Der Garten kann zur Ruhe und Entspannung einladen, aber auch einen Halt geben. Viele Gäste haben selbst einen Garten gepflegt und ihnen ist es hierdurch noch mehr möglich, sich mit der eigenen Biographie zu beschäftigen. Ob allein oder in Gesellschaft der Zugehörigen und auch der anderen Hospizgäste: Jeder hat die Gelegenheit, sich an dem Duft der Blumen, dem Wind auf der Haut und der frischen Luft zu erfreuen. Barrierefreie Wege in den Hospizpark, blühende Beete und ein kleiner Gartenteich laden zum Verweilen ein und schenken Zeit der Besinnung. Jedem Hospizgast steht mit seinem Zimmer ein Zugang zur eigenen Terrasse, aber auch eine Gemeinschaftsterrasse zur Verfügung, sie sind mit dem Rollstuhl und dem Bett befahrbar.

Als kürzlich ein Gast den Wunsch äußerte, eine Paprikapflanze zu säen und mit der Aufgabe eine Zeit der traurigen Stimmung und auch Verzweiflung im Ungewissen, wann das Lebensende wohl kommen mag, etwas in den Hintergrund trat, keimte bei den Mitarbeitern des Hospizes eine Idee: „Immer mehr wuchs der Gedanke daran, die Bepflanzung von Beeten fest in den Hospizlauf zu integrieren. Barrierefrei – das wäre wunderbar!“ so fasst Hospizleiterin Stephanie Kaiser die Projektidee zusammen, „So sind wir zu dem Entschluss gekommen, einen Teil unseres bodenebenen Beetes zu bepflastern und Hochbeete zu schaffen, die allen Gästen in jeder Lebenssituation Zugang bieten sollen.“

Rollstuhlfahrer haben im Sitzen aktiv die Möglichkeit, die Bepflanzung zu pflegen. Auch Gäste, die im Bett auf die Terrasse gefahren werden, können sich direkt an den Blumen, Gemüsen oder Gartenkräutern erfreuen und sich möglichst lange Selbstständigkeiten erhalten. Selbst auf dem Speiseplan des Hospizes findet sich das wieder, was im Hochbeet wächst.

Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) hat das Projekt in Bad Münder mit 3000 Euro gefördert. Andreas Przykopanski, Geschäftsführer des Hospizes, bedankte sich dafür beim DHPV-Geschäftsführer Benno Bolze: „Sonst hätten wir es nicht umsetzen können.“ Der DHPV war bei der großen Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ des NDR berücksichtigt worden – Jahr für Jahr wird eine andere Organisation bedacht.



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