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Braucht Bad Münder einen Ruheforst?

EIMBECKHAUSEN/BAD MÜNDER. Die Möglichkeiten zur Bestattung werden immer vielfältiger – und darum werden auch noch eher unbekanntere Arten zunehmend nachgefragt. Die Stadt Bad Münder trägt einigen dieser Anfragen jetzt Rechnung.

Ein Bestattungswald könnte bei Eimbeckhausen entstehen. Foto: dpa
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Mittels einer neuen Friedhofssatzung sollen bald etwa sogenannte Urnennaturgrabstätten an einer Stele eingeführt werden.

Anderen Nachfragen konnte hingegen nicht entsprochen werden: „Gelegentlich vorgetragene Wünsche, zum Beispiel nach Einführung von Waldbestattungen (Friedwald) können insbesondere aus räumlichen Gründen nicht realisiert werden“, heißt es dazu in der Vorlage der Verwaltung. Allerdings gebe es bereits seit dem Jahr 2012 ein Konzept, einen Ruheforst bei Eimbeckhausen umzusetzen, merkt der Lokalpolitiker Udo Zelck dazu an.

Tatsächlich hatte die Familie Stölting aus Eimbeckhausen der Stadt vor sechs Jahren ein eigenes Grundstück im Wald für die Nutzung als Waldbestattung angeboten. Damals habe allerdings vonseiten der Stadt kein Interesse bestanden, sagt Annette Stölting. „Es gab Bedenken, dass die städtischen Friedhöfe nicht voll würden“, sagt sie, widerspricht dem allerdings: „Wenn jemand im Wald bestattet werden möchte, und das Angebot in Bad Münder nicht besteht, wird er sich vermutlich einen anderen Ruheforst suchen und nicht einen der übrigen Friedhöfe in der Stadt.“

Dass es keinen Platz für eine Waldbestattung gebe, beziehe sich lediglich auf die städtischen Friedhöfe, erklärt Carsten Reiss von der Stadtverwaltung. Grundsätzlich stehe man dem Thema offen gegenüber, allerdings könne so eine Form der Bestattung nicht von städtischer Seite aus erfolgen. So müssten etwa die Friedhofsgebühren möglichst deckend kalkuliert werden. „Wenn wir Grabflächen auf städtischen Friedhöfen für eine Waldbestattung vorhalten, würden die Kosten für alle steigen. Deshalb versuchen wir, aus den vorhandenen Flächen das Optimale herauszuholen.“ Das neue Angebot der Urnennaturgrabstätten sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung. „Außerdem gibt es schon bei Springe einen sehr nahen Ruheforst“, fügt er hinzu. Der Betrieb eines Ruheforstes aus privater Hand sei allerdings möglich und „würde das Spektrum erweitern“.

Stölting wäre noch immer bereit, eine Fläche für die Waldbestattung anzulegen, auch in privater Hand. „Ich weiß von vielen, die das Angebot gerne wahrnehmen wollen.“ Sie glaubt an das Angebot, denn „das Waldstück liegt sehr schön, direkt am Waldesrand, sodass man nicht ewig fahren muss, und es gibt einige Bäume, die über 100 Jahre alt sind“.

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