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Bestsellerautorin Karin Kalisa liest in Bad Münder

BAD MÜNDER. Berlin, Hannover und umsteigen nach Bad Pyrmont. So oft schon hat Karin Kalisa diese Strecke mit dem Zug gemacht, dass Bad Münder im Vorbeifahren für sie ein vertrauter Name wurde. Diese Woche stieg die gefeierte Autorin endlich aus und war entzückt. Der Grund ihres Besuchs: eine Lesung.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Entzückt war Kalisa von der Kleinstadt, dem Empfang, der Lesung auf dem Land passend zur Woche des unabhängigen Buchhandels.

Wer bei Dudo Wanderer liest, darf sich auf einen warmen Empfang und ein entspannt-gespanntes Publikum hoffen, das niemals weit weg ist. Umgeben von Büchern aller Farben und Stilrichtungen lauschten an die 40 Zuhörer gebannt der Stimme Karin Kalisas, die mal warm, dunkel und voll, mal leise etwas dünner klang. Zu jeder Sekunde aber voller Präsenz und Lebendigkeit in der Buchhandlung. Es ist eine facettenreiche Sprache voller Wortspiele, die Kalisa zu eigen ist. Auch dann, wenn gewohnte Wortmuster ausbleiben.

„Ein starkes, sensibel erzähltes, hochnotwendiges Buch, das mich sehr beeindruckt hat“, schickte Buchhändlerin Wanderer der Buchvorstellung voraus. Tatsächlich handelt „Radioactivity“ nicht nur vom wunderbaren Medium Radio und ebenso fein gezeichneten, wie besonderen Charakteren, sondern auch davon, wie ein dunkles Kapitel sich festsetzen kann in einem Leben, sich fortschreibt und schließlich Spuren in der nächsten Generation hinterlässt.

Sexueller Missbrauch an Kindern, das sei ein geradezu verharmlosender Begriff für „Dinge, für die keine Sprache bereitsteht, auch für eine Schriftstellerin nicht“, sagt Kalisa zum Herzstück ihres Romans. Kalisa hat es in ihrem dritten Werk dennoch gewagt und dabei „eine der berührendsten Mutter-Tochter-Geschichten, die ich je gelesen habe“ erschaffen, lobt Wanderer. Kalisas erstes Werk „Sungs Laden“, angesiedelt in Berlin Kreuzberg, hatte sich mit einem vergleichbaren Spagat über 40 Wochen lang in der Spiegel-Bestsellerliste gehalten. Dieses Jahr nominierte der Verein unabhängiger Buchhändler ihr drittes Werk erneut als Lieblingsbuch. Eine Würdigung, die von der Basis und vielfach von Herzen kommt, und dazu führt, das Autorinnen wie Kalisa sich wohl fühlen auch fern der großen Lesestätten.




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