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Bei Corona: Gesundheitsamt ruft nicht mehr an

BAD MÜNDER/HAMELN. Immer mehr Kommunen kommen bei der Kontaktverfolgung nach Corona-Infektionen nicht mehr nach. Auch das Gesundheitsamt Hameln-Pyrmont schafft es nicht mehr, angesichts der Vielzahl neuer Fälle - am Freitag waren kreisweit 1009 Personen akut infiziert - enge Kontaktpersonen anzurufen und Infizierte wie Kontaktpersonen über das notwendige Vorgehen zu informieren.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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In einer offiziellen Mitteilung seitens des Landkreises schildert die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Silke Farin am Freitag ausführlicher die Beweggründe für den eingeschlagenen Kurswechsel.

„Bisher wurden die mit dem Corona Virus infizierten Personen telefonisch kontaktiert, informiert und deren enge Kontaktpersonen aufgenommen, welche ebenfalls einen Anruf der Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes bekommen haben. Dies ist bei der aktuellen Lage nun nicht mehr möglich“, schildert Farin vor dem Hintergrund täglich neu festgestellter Infizierter oft jenseits der Marke 100. Zwar unterstützen noch immer Bundeswehr und Landesbedienstete die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt, doch der telefonische Kontakt soll mit der neuen Methode auf ein Minimum reduziert werden.

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Jetzt erhalten die Corona-Infizierten vom Gesundheitsamt zwei SMS. Über die erste SMS wird ein Link zu einem Kontaktformular verschickt, das ausgefüllt und ans Gesundheitsamt zurückgesendet werden muss. Die zweite SMS beinhaltet einen Link zu Informationen, die Infizierte an ihre engen Kontaktpersonen weiterleiten sollen.

Der telefonische Kontakt des Gesundheitsamts mit Betroffenen soll mit der neuen Methode auf ein Minimum reduziert werden. Foto: Dana

Gesundheitsamt ordnet Isolation nicht mehr an

Haben in der Vergangenheit die Gesundheitsämter versucht, das Heft der Kontaktverfolgung in der Hand zu halten, wird jetzt auf die „Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger“ gesetzt, so Farin. Nicht nur sollen Corona-Positive und Verdachtsfälle ihre Kontaktpersonen selbst informieren, sondern sie sollen sich vor allem auch selbstständig in die Isolation begeben – ohne, dass es einer vorherigen Anordnung durch das Gesundheitsamtes bedarf.

„Jede Covid-19- krankheitsverdächtige Person, jede positiv getestete Person, jede Verdachtsperson und jede Kontaktperson ist gemäß der Verordnung verpflichtet, sich unverzüglich in die eigene Wohnung, an den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts oder in eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich dort abzusondern“, heißt es in der Mitteilung. Sowohl Infizierte als auch Verdachtspersonen „sind darüber hinaus per Verordnung dazu aufgefordert, umgehend ihre engen Kontaktpersonen zu informieren“, heißt es weiter.

Wer sich mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert hat, sowie deren enge Kontaktpersonen „müssen sich in der Regel zehn Tage in häusliche Isolation beziehungsweise in Quarantäne begeben“, so Farin. Infizierte und Kontaktpersonen hätten aber die Möglichkeit, die Zeit der Absonderung nach sieben Tagen (Kinder und Jugendliche nach fünf Tagen) durch einen negativen PCR-Test oder einen negativen Schnelltest einer anerkannten Teststelle zu verkürzen.

 „Wir befinden uns alle nach wie vor in einer pandemischen Lage, die sich stetig ändert und in der wir so gut wie möglich handlungsfähig bleiben müssen. Daher war es jetzt unvermeidbar, unsere Abläufe im Gesundheitsamt lagegerecht anzupassen, um uns auf das Wesentliche fokussieren zu können", erklärt Dr. Silke Farin.


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