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Bau-Vorschriften: Verwaltung lehnt Vorstoß der CDU ab

BAKEDE/BAD MÜNDER. „Nicht mehr zeitgemäß“ seien die Regeln, eröffneten gar „Bürokraten Tür und Tor, ihre Willkür und Macht auszuspielen“. Einen Antrag mit diesen deutlichen Worten hatte der Ortsrat Bakede-Böbber-Egestorf im Oktober beschlossen. Der Wunsch: die Örtlichen Bauvorschriften zu reformieren oder abzuschaffen.

Wie Dächer künftig eingedeckt werden dürfen, ist auch eine Frage der Bauvorschrift. Foto: dpa

Autor:

Christian Zett und Johanna Lindermann

Die Vorschriften (von denen es eine Fassung für die Kernstadt und eine für die Ortsteile gibt) sollen das Erscheinungsbild der Dörfer bewahren, indem sie in den Ortskernen Regeln für Dächer, Fassaden, Mauern oder Zäune festlegen. Dem Ortsrat geht das zu weit: Einige Grundstücke seien betroffen – obwohl es sich um keineswegs historisch prägende Häuser, sondern um Nachkriegsbauten handele.

„Der Stein des Anstoßes war ein Haus in Bakede, das 1956 gebaut wurde“, erklärt Peter Meyer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsrat Bakede-Böbber-Egestorf. Der Eigentümer habe sein Dach neu eindecken und energetisch sanieren wollen. Das sei jedoch gescheitert, da er es statt rot dunkel eindecken wollte. „Wenn jemand gewillt ist, energetische Sanierungsmaßnahmen einzusetzen, warum wird das verhindert?“, fragt sich Meyer und fügt an, dass auch das Nachbarhaus des betroffenen Gebäudes dunkel gedeckt sei. Ein wenig mehr Gestaltungsfreiheit solle den Eigentümern überlassen werden, meint er. „Es wird schon niemand, der ein Fachwerkhaus besitzt, einen Glaskasten bauen – und wenn, könnte die Bauaufsicht immer noch Einspruch erheben.“

Meyer plant zudem, den Antrag, der zunächst Bakede, Böbber und Egestorf betrifft, auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten.

Bei der Stadtverwaltung stößt das Ansinnen auf überschaubare Resonanz. Sie empfiehlt dem heute tagenden Bauausschuss des Rats, den Vorstoß abzulehnen. Grund: Es gebe in der Regel keine Schwierigkeiten mit den Festsetzungen – noch nicht mal „erhöhten Beratungsaufwand“ für die Verwaltung. Soll heißen: Kommen doch eigentlich alle gut klar damit – warum also die Regeln ändern? Die Vorschrift sei überhaupt nötig geworden, weil seit den 1970er-Jahren immer mehr Individualität, mehr Baumaterial, kreativere Ideen in den Hausbau einzogen seien – und so „Traditionen aufbrachen“, schreibt die Stadt. Man habe durch die 2000 beschlossene und 2007 aktualisierte Satzung bis  heute ein „bewährtes“ Regelwerk, das Ausnahmen erlaube – die aber nicht dazu führen dürften, die Grundidee „auszuhebeln“. Andernfalls bleibe „konsequenterweise nur die komplette Aufhebung der Örtlichen Bauvorschrift mit Wirkung für alle Ortsteile der Stadt Bad Münder“.

Der Bauausschuss tagt am Donnerstag um 18.30 Uhr im Sitzungszimmer des Verwaltungsgebäudes am Steinhof.



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