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Großes Bürgerfest setzt Zeichen für Gemeinschaft und Europagedanken

Bad Münder is(s)t zusammen

BAD MÜNDER. Kurz nach Mittag setzte Trompeter Reinhard Grosser mit einer Fanfare den akustischen Startpunkt für ein in Bad Münder bislang einzigartiges Fest. Bei strahlendem Sonnenwetter hatten sich zahllose Bürger an langen Tischen rund um die Petri-Pauli-Kirche zum gemeinsamen Essen zusammengefunden.

Ein voller Erfolg: Beim ersten Bürgerfest stellte sich schnell ein Gemeinschaftsgefühl ein. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Junge Musiker aus den Schulen trugen auf den Stufen zur Kirche viele verschiedene Darbietungen vor, Chöre sangen, drei Flötistinnen der Jugendmusikschule spielten am anderen Ende der Riesentafel auf, und Bürgermeister Hartmut Büttner eröffnete die Aktion „Bad Münder is(s)t“ per Megaphon gemeinsam mit Initiator Hermann Wessling.

Der sagte: „Wir wollen zeigen, dass die Behauptung, die Gesellschaft drifte immer weiter auseinander, für uns in Bad Münder nicht zutrifft. Deshalb feiern wir erstmals dieses Fest.“ Gleich drei Anlässe gebe es dazu: „Zum einen einhundert Jahre Demokratie in Deutschland, zum zweiten 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre deutsche Einheit.“

Schnell stellte sich das gewünschte Gemeinschaftsgefühl ein, an den Tischen wurde diskutiert und gegessen. Mittendrin der Stand des Europäischen Informationszentrums aus Hannover, an dem zwei Damen umfangreiches Informationsmaterial über die Europäische Gemeinschaft bereithielten. Oben am Petri-Pauli-Kirchturm wehte die Europafahne.

Zur lokalpolitischen Prominenz aller Parteien gesellte sich auch die aus Beber-Rohrsen stammende niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. „Das ist mein einziger freier Tag in diesem Monat und den will ich unbedingt hier bei meinen Freunden in Bad Münder und bei diesem Fest verbringen“, sagte sie. „Ich brenne für Europa, denn ich stamme aus einem Ort an der ehemaligen Zonengrenze und will nie wieder Grenz- und Warenkontrollen erleben. Deshalb müssen wir alle zur Europawahl gehen.“ Eine Meinung, der alle, die an diesem Nachmittag Gemeinschaft feierten, nur zustimmen konnten. Vor einer Fotowand der NDZ mit der großen blauen Europaflagge ließen sich nicht nur die politische Verantwortung Tragenden gerne ablichten.

„Essen schafft gute Stimmung und bringt die Menschen zueinander“, stellte auch der stellvertretende Bürgermeister Uwe-Peter Keil fest, der zusammen mit Helmut Fasse und anderen Mitgliedern eines kleinen Männerkochclubs allerlei Leckereien probierte.

Büttner-Herausforderer Dirk Barkowski nutzte das Fest für zahlreiche Gespräche mit Bürgern, die CDU-Damen genossen das mitgebrachte Essen ebenso wie die Kirchenvorstände, und einige BIKonelli-Jung-Jongleure zeigten ihre reich beklatschte Geschicklichkeit.

„Das gibt es woanders nicht“, lobte auch Landrat Tjark Bartels die Veranstalter und genoss die entspannte Atmosphäre sichtlich. „Ganz großes Lob für Hermann Wessling und die Organisatoren“, sagte er anerkennend.

Während alle zusammen aus vollem Herzen die Europa-Hymne sangen, denkt Wessling bereits daran, der ersten Auflage des Bürgerfestes eine Tradition folgen zu lassen. „Wir könnten auch die Integration der Ortsteile stärken, wenn wir Folgeveranstaltungen jeweils unter der Federführung einzelner Ortsteile machen“, so seine Idee. Ein Gedanke, der auf fruchtbaren Boden fiel.

„Das ist ein überzeugendes Zeichen für Frieden, Freiheit, Miteinander und Toleranz“, stellte auch der Kreisvorsitzende der Europaunion Reinhard Burdinski aus Hameln fest. Zufriedenheit und Stolz auch bei der Mitorganisatorin Steffi Otto. „Das war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, sagte sie. „Wenn die Mitarbeit der Stadt bei etwaigen Wiederholungen noch etwas intensiver wäre, würde ich mich freuen.“ Dass dem ersten Bürgerfest weitere folgen sollten, darüber waren sich alle Teilnehmer an dieser Identität stiftenden Veranstaltung einig.



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