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Autogrammsammler schafft es bis zum „Wetten, dass..?“-Sofa

BAD MÜNDER. Was haben Berühmtheiten wie Michael Schumacher, Mark Forster, Günther Jauch, Angela Merkel oder auch US-Schauspieler Denzel Washington mit Bad Münder zu tun? Im ersten Moment vielleicht nicht viel – doch bei Dennis Fulge tummeln sie sich alle. Der 38-Jährige ist leidenschaftlicher Autogrammsammler.

Nur eine kleine Auswahl der rund 500 Autogramme und Bilder mit Prominenten, die Dennis Fulge schon gesammelt hat. Auf die Unterschrift von Denzel Washington in seinem Buch ist er besonders stolz. Foto: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Wie viele Unterschriften er bereits sein Eigen nennen kann, kann der Münderaner nur schätzen – „400 oder 500 aber bestimmt“.

Alles begann vor gut 30 Jahren. „Als ich ungefähr 10 war, fand in Bodenwerder, wo ich aufgewachsen bin, ein Fußballturnier statt“, erinnert sich Fulge. Gegen Politiker aus der Region traten dabei Berühmtheiten wie Roberto Blanco, Uwe Seeler und Mike Krüger an. Dort holte sich Fulge die Unterschriften der Prominenten – „und da bin ich auf den Geschmack gekommen.“

In seiner Jugendzeit suchte er dann Autogrammadressen aus der Zeitschrift „Bravo“ heraus und schrieb dorthin. Später machte er sich selbst auf, die Berühmtheiten zu treffen, etwa in der Sendung „Wetten, dass ..?“. „Es ist schade, dass es die Sendung nicht mehr gibt, da konnte man immer viele Promis treffen, auch aus dem Ausland.“

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Besonders im Gedächtnis blieb ihm dabei eine der letzten Aufzeichnungen der Show in Hannover. „Die Sängerin Miley Cyrus hatte eine Wette verloren und musste eine Minute lang Autogramme schreiben“, berichtet Fulge. Eigentlich habe er sich auch eines von ihr holen wollen, sich dann aber umentschieden und sei zum Sofa gelaufen, auf dem die Prominenten saßen. „Keiner hat mich aufgehalten, die Bodyguards waren alle bei Miley Cyrus“, sagt Fulge. Die Prominenten auf der Couch – darunter Atze Schröder, Thomas D., Smudo und Vitali Klitschko – hätten sich zwar erschrocken, ihm dann aber doch bereitwillig Autogramme in sein Buch gegeben, das er dabei hatte. Besonders aufgeregt war er allerdings, dort auch US-Schauspieler Denzel Washington zu treffen, denn Prominenten aus anderen Ländern begegne er nur selten. „Ich war so aufgeregt, dass ich zu Denzel Washington auf Deutsch gesagt habe: Schreib ordentlich“, erinnert sich Fulge. Dessen Autogramm sei bis heute „mein größter Erfolg“. Er habe aber auch Angst gehabt, nicht alle Autogramme innerhalb von einer Minute zu bekommen, doch auch das klappte. Als er dann jedoch noch zu Miley Cyrus wollte, sei er allerdings doch noch von einem Sicherheits-Mitarbeiter aufgehalten worden. Trotzdem war dieser Tag „mein schönstes und größtes Erlebnis“. Was viele andere sich nicht getraut haben, erklärt Fulge so: „Man muss forsch sein und bis ans Limit gehen, es aber nicht überschreiten.“

Auch viele andere Fernsehshows hat er schon besucht, darunter TV Total, Schlag den Raab und Deutschland sucht den Superstar – und fuhr natürlich auch immer mit den Unterschriften der Beteiligten im Gepäck wieder nach Hause. „C-Promis habe ich ohne Ende“, sagt er im Hinblick auf seine umfangreiche Sammlung, für die er durch ganz Deutschland reist.

Auf einige ist er aber besonders stolz, wie etwa – „Kindheitserinnerung“ – Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson – oder einfach deshalb, weil die Unterschriften gar nicht mehr zu bekommen sind, da die Prominenten inzwischen verstorben sind. So besitzt er etwa Autogramme der Komiker Heinz Erhardt und Rudi Carrell oder des Schauspielers Pierre Brice.

Auch bei der deutschen Politik kann er eine beachtliche Sammlung vorweisen. „Ich wollte gerne Angela Merkel treffen. Dabei hat mir die Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah geholfen, sodass ich sie bei einer Wahlveranstaltung in Steinhude sehen konnte.“

Eine weitere Möglichkeit, um an Autogramme zu kommen, seien auch Konzerte. „Man muss hartnäckig bleiben“, sagt Fulge und berichtet davon, wie er bei einer Show des amerikanischen Rappers Snoop Dogg eine Stunde lang ein Schild mit einem Autogrammwunsch hochgehalten habe. Ein Autogramm wünscht er sich auch von Rapper Eminem, der in diesem Jahr in Hannover auftritt – „aber das wird sehr schwer“.

Doch nicht immer muss sich Fulge selbst auf den Weg machen, um Prominente zu treffen. „Das Witzige ist, die laufen mir ständig über den Weg“, lacht der 38-Jährige. Bei einem Spiel von Hannover 96 etwa habe er Comedian Matze Knop gesehen. „Keiner hatte den Mut, hinzugehen, da habe ich ihn einfach als erster angesprochen“, sagt Fulge und zeigt auf dem Handy ein Erinnerungs-Selfie. Und auch darum geht es ihm, nicht nur um die Unterschriften, denn: „Hinter jedem Autogramm stecken auch immer schöne Erlebnisse, die mir Freunde bereiten.“

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